Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft …

Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft …16.01.20 (Berlin, Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld… so mit ihrem holden Duft, Duft, Duft. Und wenn man sich jenseits emotional-hysterischer Debatten die Entwicklung ansieht, stellt man fest, dass es sehr wohl geht, die Luftqualität auch im urbanen Raum zu verbessern. Dafür aber braucht man keine Panikmacher, sondern kluge Ingenieure, Wissenschaftler und Erfinder, die an einem bunten Strauß des technischen Fortschritts tätig sind und dafür sorgen, dass trotz steigendem oder zumindest konstantem Wohlstand die Schadstoffbelastung sinkt.Busse und Autos werden immer moderner. Ein qualitativ und quantitativ verbesserter ÖPNV hilft, die Menschen davon zu überzeugen, dass es nicht mit Entbehrungen zu tun hat, wenn man umsteigt. Und auch Geschwindigkeitsbegrenzungen können eine Rolle spielen, wenn man gleichzeitig mit Konzepten wie der seit den 1970er Jahren bekannten grünen Welle dafür sorgt, dass häufiges Anhalten und Anfahren nicht mehr nötig ist.Ob Elektrobusse hier wirklich zur Problemlösung beitragen, sei dahingestellt. Meiner Ansicht nach sind konventionelle Dieselbusse nach wie vor ebenfalls ein Teil der Lösung und nicht ein Teil des Problems. Dieselbusse sind auf dem freien Markt nach wie vor unschlagbar und sie werden durch ständige Forschung und Entwicklung auch immer besser. Gleichzeitig muss man den Ausbau des Schienenverkehrs vorantreiben.Ertüchtigungen auf Seiten der Infrastruktur, man muss die höheren Regionalisierungsgelder nutzen, um Leistungsausweitungen zu bestellen und man muss Seitens des Aufgabenträgers gewährleisten, dass die Qualitätsvorgaben eingehalten werden. Gerade in einer Stadt wie Berlin dürfte es deutlich einfacher sein, gutes Personal für Busse und Bahnen zu finden als in den wirtschaftlichen Boomregionen im Süden der Republik.So ist die Personalproblematik auch deutlich weniger akut als in Baden-Württemberg. Denn das Problem hat sehr wohl mit der Thematik Luftqualität und Luftreinhaltung zu tun. Öffentliche Verkehrsmittel müssen zuverlässig sein. Was nutzen Rußpartikelfilter in Dieselzügen, wenn diese regelmäßig wegen Personalmangel ausfallen und die Menschen dann doch wieder mit ihren Autos fahren, und das womöglich zwangsweise.Ein weiterer Punkt ist das Alter der Fahrzeugflotten. So schön es ja ohne Frage ist, wenn man alle möglichen alternativen Traktionsarten mit einberechnet, aber wenn der Rest der Busflotte veraltet ist, frisst das die vorhandenen Positiveffekte wieder auf. Deshalb sind Busförderprogramme durch die Länder so wichtig, um den Kommunen die finanziellen Spielräume zu schaffen, die regelmäßigen Investitionen auch zu finanzieren.Wahrscheinlich sind breit angelegte Förderprogramme zur regelmäßigen Verjüngung der Dieselbusflotten deutlich wirksamer als die Förderung aller möglichen nicht marktfähigen Antriebsarten. Wenn man sich dann noch dazu durchringen kann, bei der Eisenbahn ein umfassendes Elektrifizierungsprogramm im Netz aufzulegen, dann wäre einiges gewonnen. Deshalb gilt es, bei einigen Kurskorrekturen den Weg im großen und ganzen fortzusetzen.

Siehe auch: Berliner Luft ist besser geworden

Stefan HennigfeldRedaktioneller LeiterZughalt e.V.Siegfriedstr. 24a58453 Witten

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