DB AG: Wohnraum für Angestellte

 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Deutsche Bahn weitet Angebote aus, damit Beschäftigte bezahlbaren Wohnraum finden. DB-Personalvorstand Martin Seiler kündigte in München an, dass das Wohnraum-Konzept, das sowohl temporäre Wohnmöglichkeiten als auch langfristige Werkswohnungen umfasst, ausgebaut werden soll. In München hat Seiler einen Vertrag mit dem Immobiliendienstleister GVG über 74 Wohnungen unterzeichnet.

Im Dezember sollen die ersten Eisenbahnerinnen und Eisenbahner die Immobilie in Bogenhausen beziehen. Damit steigert die DB AG ihre Arbeitgeberattraktivität an einem Standort, an dem bezahlbarer Wohnraum Mangelware geworden ist. Die Deutsche Bahn greift damit ein Thema auf, das Arbeitnehmer und Arbeitgeber besonders in Ballungsräumen besonders beschäftigt.

Seiler betonte, dass die Bahn ihr Konzept Schritt für Schritt ausbauen wird. „Wir wollen gezielt dort Bedingungen verbessern, wo ein Mangel an verfügbaren oder bezahlbaren Angeboten herrscht. Wir werden in den nächsten Jahren 100.000 neue Mitarbeitende einstellen. Das gelingt uns durch eine kluge und innovative Weiterentwicklung unserer Beschäftigungsbedingungen, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientieren.“

Wenn die DB in München Fachkräfte einstellen möchte, soll das nicht daran scheitern, dass diese keine Wohnung finden. Deshalb ergänzt der Konzern jetzt bestehende Angebote wie Apartments und Mietkostenzuschuss für Nachwuchskräfte um Wohnungen für langfristiges Wohnen. Das Projekt in Bogenhausen ist ein Pilotprojekt, der bei Erfolg ausgeweitet werden soll.

Außerdem stellt die Bahn in München angehenden Lokführern sowie Quereinsteigern in besonders umworbenen Fachberufen für zwölf Monate bzw. die Dauer der Ausbildung vergünstigte Apartments zur Verfügung. Hier gibt es für diese Zielgruppe aktuell rund 120 Apartments, bis Ende des Jahres sollen siebzig weitere hinzukommen.

Alle Auszubildende und dual Studierende, die bei der DB AG ihre Ausbildung starten, erhalten einen Mietkostenzuschuss in Höhe von bis zu 350 Euro, wenn Hin- und Rückfahrt zu ihrem bisherigen Wohnort länger als 150 Minuten dauern würden. Das Wohnraum-Konzept des Konzerns beinhaltet auch Kooperationen mit Wohnungsgesellschaften.

Beschäftigte der DB haben in vielen Städten bevorzugten Zugang zu Wohnungen von Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften, die sie überwiegend kautionsfrei anmieten können. Dies betrifft mehrere Zehntausend Bestandswohnungen. Gleichzeitig prüft die DB AG aktuell die Nutzung von DB-eigenen Flächen zur Bereitstellung von neuem Wohnraum.

Dazu werden an verschiedenen Standorten Gespräche mit den Kommunen geführt. Nicht bekannt ist, ob es langfristig auch eine Kooperation mit solchen Wohnungsbaugesellschaften gibt, die sich selbst in der Tradition der Eisenbahner-Bauvereine sehen. Diese sind zu Bundesbahn-Zeiten alle unabhängig geworden und stehen jetzt jedermann offen.



Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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