Erster Siemens-Avenio für Ulm verlässt das Werk

 

(Bayern) Autor:Stefan Hennigfeld

Die erste Avenio-Straßenbahn für Ulm hat dieser Tage das Wiener Siemens-Werk verlassen und macht sich auf den Weg ins Prüf- und Validtationscenter Wegberg-Wildenrath (PCW).Dort werden zwei von insgesamt zwölf Bahnen umfangreich getestet, um ab Frühjahr 2018 fit für den Start in ihr Leben in Ulm zu sein. „Wir freuen uns, dass der erste Avenio M für die SWU Verkehr GmbH das Werk in Wien verlassen hat.

Mit den nun geplanten Tests in unserem Prüf- und Validationcenter Wegberg-Wildenrath (PCW) werden wir den reibungslosen Betrieb in Ulm ab Frühjahr 2018 sicherstellen. Die Stadt Ulm ist dann weltweit die erste Stadt, in der unsere neu entwickelte Multigelenk-Variante des Avenio sicher und zu optimalen Betriebskosten im Einsatz sein wird. Damit leisten wir einen langfristigen Beitrag, den öffentlichen Verkehr in Ulm für die Fahrgäste noch attraktiver zu machen“, sagt Christoph Klaes, Leiter des Straßenbahngeschäfts bei Siemens.

Nach den Tests im PCW ist die offizielle Übergabe der ersten Bahn an die Stadtwerke Ulm für Mai 2018 geplant. Die restlichen Avenios werden im Laufe des Jahres 2018 an den Kunden geliefert. Der Start der ersten Fahrzeuge im Fahrgastbetrieb ist auf der Linie 1 im Frühjahr 2018 und auf der Linie 2 im Frühjahr 2019 vorgesehen. Die Stadtwerke Ulm sind zurzeit bereits dabei, eine neue Abstell-Halle für die Neuankömmlinge zu bauen

Für die Wartung wurde die Zentralwerkstatt umgebaut und erweitert. Die Stadt Ulm bestellt nicht zum ersten Mal bei Siemens Tram-Triebzüge. Auf der Linie 1 fahren bereits seit 2003 ausschließlich Combino-Trams, die Vorgängerversion der Avenio-Plattform.

„Die Zukunft beginnt – die erste neue Straßenbahn für Ulm hat das Werk verlassen. Der Rollout des ersten Avenio M hat einmal mehr gezeigt, dass wir mit Siemens einen verlässlichen Partner gewählt haben. Durch die langjährige Erfahrung in der Produktion können die Straßenbahnen unseren Anforderungen problemlos gerecht werden und dabei auch die Betriebskosten niedrig halten. Der optimierte Komfort macht den Ulmern eine noch angenehmere Reise mit dem ÖPNV möglich, sagt André Dillmann, technischer Geschäftsführer im Verkehrsbereich der Stadtwerke.

Der Großraum Ulm ist eine der wachstumsstärksten Regionen Deutschlands. Mit der Wissenschaftsstadt im Norden Ulms wurde ein Zentrum für Forschung und Bildung geschaffen. Auch viele internationale Unternehmen haben sich hier angesiedelt. Täglich pendeln Tausende von Menschen aus einem Umkreis von 50 Kilometern hierher. Jährlich werden es mehr, doch schon heute stößt das öffentliche Nahverkehrssystem häufig an seine Grenzen.

Um dem steigenden Fahr-gastaufkommen entgegenzuwirken, und das Verkehrsnetz zu entlasten, hat der Ulmer Gemeinderat den Bau einer zweiten, 10,5 Kilometer langen Straßenbahnlinie beschlossen. Es ist die größte Verkehrsinfrastrukturmaßnahme der Ulmer Geschichte. Nach einer europaweiten Ausschreibung hat die Stadt Ulm Siemens als einen Partner mit über 130-jähriger Erfahrung im Straßenbahnbau beauftragt, um die neue Strecke mit innovativen Straßenbahnen zu bestücken.

Der neue Avenio M von Siemens passt durch sein modernes Design nicht nur ins Stadtbild, er besticht vor allem durch sein einzigartiges Fahrwerks- und Antriebskonzept. Die Konzeption der Avenio-M-Bahn ist darauf ausgelegt, den Verschleiß an Radreifen und Schienen derart zu minimieren, dass dieses Niederflurfahrzeug eine Radstandzeit von über 200.000 Kilometern erreichen kann. Das erhöht die Nutzungsdauer.

Der Avenio M steht damit für wenig wartungsbedingte Ausfälle und somit für einen zuverlässigen Betrieb. Auch fährt er dadurch leiser, denn in Verbindung mit seinen wenigen ungefederten Massen reduziert das ausgeklügelte Fahrwerk Manövrierlärm und Bodenvibrationen. Außerdem sorgt es für eine hervorragende Fahrstabilität und sanfte Kurvenfahrt, was nicht nur die Anwohner freuen wird.

Wie positiv sich die Fahrwerkskonzepte der Avenio-Familie auch auf den Komfort für Fahrer und Fahrgäste auswirken, bestätigt die Einstufung laut EN 12299. Diese Triebzüge schneiden in fast allen üblichen Testbereichen als „sehr komfortabel“ ab, die Fahrgäste können sich also freuen. Bei der Konstruktion des Avenio M wird die jeweils aktuelle „Crashnorm“ DIN EN 15227 für „den Schutz der Fahrzeuginsassen durch die Bewahrung der strukturellen Integrität von Schienenfahrzeugkästen im Fall einer Kollision“ befolgt, ebenso wie die aktuelle Brandschutznorm DIN EN 45545 für Schienenfahrzeuge.



Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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