Mannheim: RABus wird weitergeführt

(Baden-Württemberg) Autor:Stefan Hennigfeld

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat die nächste Runde des Projektes RABus eingeläutet: In Stuttgart enthüllte er das Design eines autonom, also fahrerlos, fahrenden Shuttlebusses. Dieser fährt im Zuge des Forschungsvorhabens „Reallabor für den Automatisierten Busbetrieb im ÖPNV in der Stadt und auf dem Land“ auch in Mannheims neuem Stadtteil Franklin. Die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP erweitert damit das bereits bestehende, vielfältige und zeitgemäße Mobilitätsangebot um ein technologisch innovatives Mobilitätsprojekt, dessen Nutzung unter realistischen Bedingungen erprobt werden soll.

„Autonom fahrende Shuttle-Busse, wie wir sie jetzt im Zuge des Projekts RABus in Franklin zum Einsatz bringen wollen, haben das Potential, eine grundlegende Herausforderung für den ÖPNV zu bewältigen. Sie können die sogenannte letzte Meile abdecken und die Fahrgäste von ihrem Ausgangspunkt zu den Bus- und Bahnhaltestellen und wieder zurückbringen“, erklärt Mannheims Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht (CDU). „Damit können wir den Erschließungsradius von ÖPNV-Haltestellen in Zukunft nochmal deutlich erhöhen. Es freut mich ganz besonders, dass wir diese potenzielle Schlüsseltechnologie nun hier in Mannheim erproben können“, so Specht weiter.

„Dieses Projekt kann nicht nur von den ÖPNV an sich richtungsweisend sein. Es ist auch für uns als Unternehmen von großer Bedeutung. Wir haben als rnv im Branchenvergleich bereits wiederholt unsere Innovationskraft unter Beweis gestellt und wollen auch weiterhin bei Zukunftstechnologien ganz vorne dabei sein“, sagt Martin in der Beek, technischer Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv).

„Dabei ist technologischer Fortschritt kein Selbstzweck. Echte Innovation zeichnet sich dadurch aus, dass moderne Technologien und neue Konzepte intelligent miteinander verknüpft werden, um einen echten Mehrwert zu schaffen. Mit dem Projekt RABus können wir eine der letzten Fähigkeitslücken im ÖPNV schließen“, so in der Beek.

Nach den derzeitigen Planungen sollen die ersten hochautomatisierten Busse, zunächst noch mit menschlichen „Aufpassern“ an Bord, im Sommer 2022 erstmals durch Franklin rollen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Fahrzeuge, die auf einer zwei Kilometer langen Strecke zwischen der Haltestelle Platz der Freundschaft und insgesamt zehn kompakten Haltestellen im neuen Stadtteil pendeln, dann aus einer eigens eingerichteten Leitstelle überwacht werden. Bevor es dann aber wirklich losgehen kann, müssen in Franklin allerdings noch einige technische Vorbereitungen getroffen werden.

Ab Anfang 2022 werden im Stadtteil beispielsweise an verschiedenen Punkten entlang der Route kleine Magnetsensoren als Wegweiser für die Shuttlebusse eingebaut. Außerdem entstehen zehn temporäre Haltestellen, zwei kleine Wendeplätze, einige Lichtsignalanlagen sowie ein Depot für die beiden Shuttlebusse.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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