Mehr Rücksicht im Nahverkehr

 

(Nordrhein-Westfalen) Autor:Stefan Hennigfeld

Bahnfahrer wünschen sich voneinander mehr Umsicht. Das ist die Quintessenz der Aktion „Rücksicht hat Vorfahrt im Nahverkehr“, mit der DB Regio NRW im Dezember ihre Fahrgäste nach Geschichten rund um Fairness, Respekt und Höflichkeit gefragt hat. Die Einsendungen zeigen: Es sind oftmals die kleinen Dinge, die dazu beitragen, ob eine Bahnfahrt angenehm verläuft oder nicht. Denn schmutzige Schuhe auf dem Sitz, dröhnende Musik oder durch Gepäck versperrte Gänge zehren an jedermanns Nerven.

Alleine in Nordrhein-Westfalen sind täglich rund eine Million Fahrgäste mit den Zügen von DB Regio unterwegs. Wo so viele Menschen auf engem Raum aufeinandertreffen, kommt es zu den verschiedensten Begegnungen – angenehmen wie unangenehmen. Laute Telefonate gehören zu den meist genannten Nervtötern, oft verbunden mit unfreiwilligem Unterhaltungswert.

Zugreisende wünschen sich vor allem voneinander, nicht nur an die eigene Bequemlichkeit, sondern auch an ihre Mitfahrer zu denken. Zu den Top-Antworten der größten Tabus an Bord zählt der Verzehr geruchintensiver Speisen. Essen kann allerdings auch verbinden: Positiv berichtet wurde zum Beispiel von geteilten Mandarinen oder einer Runde Schoko-Bonbons für die Sitznachbarn.

Oft sind es jedoch gerade Snacks und Mahlzeiten, die zu einem nervigen Umstand führen: Müll im Zug. Dass verunreinigte Fahrzeuge zu den meistgenannten Ärgernissen zählen, wissen auch die Bordpersonale von DB Regio NRW. Züge müssen häufig „unterm rollenden Rad“ von Reinigungsteams wieder auf Vordermann gebracht werden. So wird vermieden, dass stark verschmutzte Fahrzeuge vorzeitig aus dem Betrieb genommen werden.

Auch das trödelnde Verhalten mancher Mitfahrer kann Folgen haben: Warten die Züge länger als nötig am Bahnsteig, werden aus kleinen Verzögerungen schnell handfeste Verspätungen. Berichtet wird ebenso von eiligen Fahrgästen, die einsteigen, kaum nachdem sich die Türen geöffnet haben und sich durch die „Aussteiger“ in die Bahn drängeln. Dadurch verzögert sich oftmals die Standzeit des Zuges.




Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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