Modernisierung der Schönbuchbahn

 

(Baden-Württemberg) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Schönbuchbahn ist seit ihrer Wiederinbetriebnahme im Jahr 1996 das wichtigste öffentliche Nahverkehrsmittel in der baden-württembergischen Schönbuchlichtung. Seither wurde das Verkehrsangebot ständig verbessert und die Fahrgastzahlen stiegen. Die Schönbuchbahn ist voll im Tarif- und Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) integriert. Die Strecke führt von Dettenhausen (im Landkreis Tübingen), über Weil im Schönbuch, Holzgerlingen bis nach Böblingen.

Dort bindet sie auf die Linien S1 und S60 der S-Bahn Stuttgart an. Der Zweckverband Schönbuchbahn (ZVS) führt die von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) betriebene Schönbuchbahn nun anhand modernster Technologie ins Digitalisierungszeitalter. Zuverlässigkeit, Kundenfreundlichkeit und Qualität stehen im Fokus des Vorhabens. Für die Umsetzung beschafft der ZVS zum einen zwölf Elektrotriebzüge des spanischen Zugherstellers CAF und zum anderen die von ETC entwickelte ITCS Branchenplattform DatNet.

Nicht nur die neuen CAF-Züge sollen den Kunden das Reisen zukünftig angenehmer gestalten, sondern auch verbesserte und hochmoderne, dynamische Fahrgastinformationssysteme. Die Schönbuchbahn wird durch das ITCS DatNet nun auch digital in den VVS integriert und an dessen Datendrehscheibe angeschlossen. Für die bessere Fahrgastinformation werden zukünftig Fahrgastinformationssysteme von GSP eingesetzt, die via DatNet die Fahrgäste mit Echtzeitinformationen versorgen und über Betriebslage, Anschlussfahrten und Verspätungen informieren.

Fahrgäste können die Echtzeitdaten über die VVS-App und Soziale Netzwerke abrufen und sich auch auf DFI-Anzeigern in Zügen und Stationen informieren. Das als Webanwendung im flexiblen Modell „Software as a Service“ (SaaS) eingesetzte DatNet gestaltet mit seiner modernen und leicht zu bedienenden Benutzeroberfläche aber auch den Mitarbeitern der Leitstelle das Arbeiten angenehmer.

Die Karten-, Umlauf- und Listenansichten und der Datenaustausch mit externen Systemen, z.B. mit der Datendrehscheibe des VVS, ermöglichen einen ganzheitlichen Überblick über die Verkehrslage. Die gesamte Prozesskette von der Übernahme des tagesaktuellen Sollfahrplans über die automatische und manuelle Disposition zusammen mit der Ortung der Fahrzeuge bis hin zur Bedienung der Schnittstellen nach VDV 453/454 ist mit den flexibel kombinierbaren Modulen der DatNet-Plattform digitalisiert.

Außerdem dienen die Echtzeitdaten zu Anschlusssicherungen, da Triebfahrzeugführer beispielsweise benachrichtigt werden, ob sie auf die S-Bahn oder andere Verkehrsmittel warten müssen. Durch die Prognosen des Systems zu Abweichungen vom Regelbetrieb kann nun viel effizienter gehandelt, bei Bedarf eine automatisierte Meldekette ausgelöst oder frühzeitig dispositive Maßnahmen ergriffen werden.




Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten

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