Neue Straßenbahnen für Jena

 

(Thüringen) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Jenaer Nahverkehr hat angekündigt, neue und deutlich größere Straßenbahn-Triebzüge zu beschaffen. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Jena hat eine Fahrzeug- und Infrastrukturoffensive beschlossen und dem kommt das Tochterunternehmen jetzt nach: Es werden neue Züge angeschafft, die den steigenden Fahrgastzahlen gerecht werden sollen. So gab es 2018 22,4 Millionen Fahrgastfahrten, während es 2013 noch 19,4 Millionen waren. Entsprechend müssen die Gefäßgrößen ausgeweitet werden.

„Die neuen Straßenbahnen helfen uns bei dem großen Ziel, auch in Zukunft in Jena einen attraktiven Nahverkehr anzubieten“, sagte Thomas Zaremba, Geschäftsführer der Stadtwerke Jena. Die Beförderung von Fahrgästen sei das Kerngeschäft des Nahverkehrs. Mit dem Investitionsvorhaben solle dieses gestärkt und gleichzeitig die Verkehrswende mitgestaltet werden. Insgesamt ist das Großprojekt des Verkehrsunternehmens mit einem Volumen von 153 Millionen Euro beziffert.

Dabei rechnet man bei der Verjüngung der Straßenbahnflotte durch neue Fahrzeuge mit Kosten von mindestens 118,5 Millionen und für die damit einhergehenden Infrastrukturanpassungen auf Betriebshof und im Streckennetz mit 34,5 Millionen. Zaremba betonte allerdings auch, dass die Umsetzung der gesamten Maßnahme nur mit Fördermitteln möglich sei. „Daher freuen wir uns über die vom Land Thüringen bereits im September in Aussicht gestellten Fördermittel für die Lieferlose 1 und 2 sowie die Genehmigung, jetzt den Ausschreibungsprozess zu starten“, sagte Zaremba.

„Unsere Straßenbahnen sind in die Jahre gekommen. Zum angedachten Zeitpunkt der Aussonderungen sind sie über 26 Jahre alt und mehr als zwei Millionen Kilometer gefahren“, sagte Andreas Möller, Geschäftsführer des Jenaer Nahverkehrs. Wartung und Reparatur verursachen unübersehbare Kosten, technische Innovationen lassen sich nicht nachrüsten, Fahrzeugausfälle häufen sich. Möller: „Wir setzen auf eine neue Fahrzeuggeneration, mit der wir die Fahrgastanforderungen besser erfüllen.“

Konkret plant der Jenaer Nahverkehr, die Generation der 33 GT6M-Niederflurstraßenbahnen durch neue Fahrzeuge zu ersetzen. Es ist die größte Bestellung seit Jahrzehnten. In der Ausschreibung, die aus zwei Lieferlosen zu je 12 Straßenbahnen und einem optionalen Los in Abhängigkeit der Fördermittel aus 9 Straßenbahnen besteht, sind alle Anforderungen definiert.

„Wichtig ist uns bei der Neubeschaffung, dass die Fahrzeuge größer und flexibler sind sowie Multifunktionsflächen für Kinderwagen, Rollstuhl und Fahrrad haben“, so Projektleiter Siegmar Minke vom Jenaer Nahverkehr. Auch sonst soll der Standard der Technikentwicklung angepasst werden. Beispielsweise sind neue Fahrer- und Fahrzeugassistenzsysteme, Klimatechnik und moderne Fahrgastinformationssysteme mit verbesserter Außenanzeige vorgesehen. Man rechnet daher damit, dass die neuen Züge etwa 2022 ausgeliefert werden und dann zeitnah in Betrieb gehen können.




Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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58453 Witten

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