Ruhrbahn testet Elektrobus Irizar ie-tram

 

(VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Essener Ruhrbahn GmbH intensiv mit Ideen zum Umstieg vom Dieselbussystem auf andere Traktionsarten. Im letzten Jahr testete das Unternehmen hierzu einen batteriebetriebenen Elektrobus der Marke Irizar. Noch bis Mitte März steht der Ruhrbahn ein Nachfolgemodell von Irizar zu Testzwecken zur Verfügung.

„Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, die Mobilitätswende in unserer Stadt zu gestalten. Das gelingt nur, wenn wir einen guten Mobilitätsmix anbieten. Deshalb setzen wir auf den Ausbau des ÖPNV. Auch den Anteil an E-Mobilität gilt es zu fördern, deshalb freue ich mich, dass die Ruhrbahn den Test mit einem batteriebetriebenen Elektrobus fährt, um wichtige Erkenntnisse für den zukünftigen Betrieb zu gewinnen“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU).

Nach der Deutschlandpremiere in Hamburg wird der futuristisch anmutende Elektrobus ie-tram von Irizar auch bei der Ruhrbahn getestet. Der 18 Meter lange und elektrisch angetriebene Gelenkbus ähnelt mit seiner Front und den tiefgezogenen Seiten, bei denen die Reifen fast nicht zu sehen sind, sehr einer Straßenbahn.

„Der Gelenkbus ist ein echter Hingucker. Wir freuen uns, dass wir dieses futuristische Modell in Essen testen können und so erneut die Gelegenheit erhalten, Erfahrungen in Punkto Elektromobilität im ÖPNV sammeln zu können“, so Uwe Bonan, Geschäftsführer der Ruhrbahn GmbH. Der spanische Elektro-Gelenkbus kann bis zu 150 Fahrgäste befördern und verfügt über vier Türen. Er wird ausschließlich mit Strom betrieben und nachts an einer Ladestation auf dem Betriebshof geladen.

„Wir zielen bei diesem e-Gelenkbus bewusst auf das außergewöhnliche Design sowohl beim Äußeren als auch bei der Gestaltung des Innenraums ab. ÖPNV muss für die Fahrgäste in Zukunft noch attraktiver werden als es heute schon ist, um dadurch das Fahrgastaufkommen weiter zu erhöhen. ÖPNV nicht nur als umweltschonende Elektro-Mobilität, sondern auch als mögliches Designerlebnis“, beschreibt Dennis Herrmann, Ferrostaal Equipment Solutions GmbH, die Vorzüge des Elektro-Gelenkbusses.

Auch bei den Dienstwagen der Ruhrbahn wird zur Zeit geprüft, ob der Fuhrpark teilweise auf batteriebetriebene Elektrofahrzeuge umgestellt werden kann. Momentan sind zwei Elektrofahrzeuge bei der Ruhrbahn im Einsatz. Parallel zum Fahrzeugtest mit dem Elektrobus wird die Ruhrbahn sowohl im Fahrzeug als auch online, Fahrgäste und Nichtkunden zum Thema Nachhaltigkeit befragen.

Das Erkenntnisinteresse ist vor allem darauf fokussiert, ob eine Investition in emissionsfreie Fahrzeuge Einfluss auf die Verkehrsmittelwahl hat. Zum weiteren Ablauf: In den 2020er Jahren plant die Ruhrbahn den Aufbau einer umfassenden Lade-Infrastruktur auf den Betriebshöfen und an den Endhaltestellen. In den 2030er Jahren soll dann der dauerhafte Ausstieg aus der konventionellen Dieseltraktion vollzogen werden. Ob das allerdings wirtschaftlich möglich sein wird, ist nach jetzigem Stand fraglich.



Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
58453 Witten


Zurück