Weddeler Schleife vor dem Durchbruch

(Niedersachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

Der zweigleisige Ausbau der Eisenbahnstrecke zwischen Weddel und Fallersleben – die so genannte Weddeler Schleife – steht vor dem Durchbruch. Die Bundesregierung hat in dem im Bundestag eingebrachten Haushaltsplan-Entwurf 2021 für 2020 bis 2024 insgesamt bis zu 114 Millionen Euro (inklusive Verpflichtungsermächtigungen ab 2022) für das Projekt eingeplant. Das hat das Bundesverkehrsministerium dem Niedersächsischen Verkehrsministerium, Bahn und Regionalverband auf Nachfrage jetzt bestätigt.

Mit den zusätzlichen Mitteln wäre die Finanzierung komplett gesichert. Am 11. Dezember 2020 sollen die Haushaltsberatungen im Bundestag abgeschlossen werden. Insgesamt kostet der Ausbau der Weddeler Schleife rund 150 Millionen Euro. Die restliche Finanzierung soll auf Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes anteilig von Bund, Land und dem Regionalverband Großraum Braunschweig getragen werden.

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) ist hocherfreut über die mit dem Entwurf des Bundeshaushalts geplante zusätzliche Übernahme von bis zu 114 Millionen Euro durch den Bund: „Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann, haben Wort gehalten. Wenn der Bundestag dem Vorschlag folgt, steht die Gesamtfinanzierung für das landesbedeutsame Ausbauprojekt Weddeler Schleife endlich. Unser beständiger, auch persönlicher Einsatz und der enge Draht zu den Entscheidern in Berlin haben sich gelohnt. Das ist ein Riesenerfolg, für den die Region Braunschweig und das niedersächsische Verkehrsministerium viele Jahre gekämpft haben.“

DB Netz AG, Regionalverband Großraum Braunschweig, Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur und Niedersächsisches Verkehrsministerium sind sich einig, dass der Ausbau auf dieser Grundlage in einem Bauabschnitt erfolgen muss. Bislang war unklar, ob der Ausbau in einem oder in zwei Bauabschnitten erfolgen soll und inwieweit die Gesamtfinanzierung sichergestellt werden kann. Althusmann: „Wir stehen im engen und konstruktiven Austausch dazu, um in den nächsten Wochen gemeinsam alle dafür erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen.“

Im Zuge der Bestellung von Verstärkerfahrten während der Hauptverkehrszeiten hatte der Verband über seine Tochtergesellschaft Regionalbahnfahrzeuge Großraum Braunschweig GmbH bereits vor drei Jahren die enno-Flotte auf insgesamt 24 Fahrzeuge erweitert. Seit der Inbetriebnahme des enno im Dezember 2014 konnten die Fahrgastzahlen auf dieser Strecke um über dreißig Prozent auf nun täglich über 4.500 gesteigert werden. In seiner Prognose geht der Regionalverband davon aus, dass die Fahrgastzahlen bei einem Halbstundentakt wochentags auf rund 7000 bis zum Jahr 2030 steigen werden. Mit einem deutlich verbesserten Angebot kommen auch wesentlich mehr Menschen auf die Schiene.



Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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