Westbahn beschafft KISS 3

 

(Fernverkehr, Österreich) Autor:Stefan Hennigfeld

Im Beisein des Generalsekretärs im Klimaschutzministerium, Herbert Kasser, haben die Westbahn-Anteilseigner Hans Peter Haselsteiner und Erhard Grossnigg sowie der CEO der Westbahn, Erich Forster, die jüngste Westbahn-Flotte („KISS 3“) letzte Woche der Öffentlichkeit vorgestellt. Die dritte Flotte, die die Westbahn beim Schweizer Hersteller Stadler geordert hat, ist gleichzeitig die erste, die mit einer Zulassung der European Railway Agency in Österreich unterwegs ist – und das weniger als zwei Jahre nach Unterzeichnung des Bestellvertrags.

Als modernste Zugreihe im österreichischen Fernverkehr sind die KISS 3 Garnituren auch für das Klimaticket eine Bereicherung, denn neue, sichere und komfortable Züge sind die Voraussetzung für mehr zufriedene Fahrgäste. Um den Klimaticket-Kundinnen und -Kunden ab dem 26. Oktober (Beginn der Gültigkeit des Klimatickets) nicht nur hochmoderne Züge, sondern auch mehr Verbindungen zu bieten, wird die Westbahn zu diesem Termin ihren Fahrplan um acht Zugverbindungen pro Tag ausweiten.

Mit dem Fahrplanwechsel folgt dann der nächste, erstmals auch internationale Schritt der Westbahn: Ab dem 12. Dezember 2021 wird sie mit den neuen KISS 3 täglich bis zu sechs durchgehende Verbindungen pro Tag zwischen Wien Westbahnhof und München Hauptbahnhof bieten. Durch den Halt in München Ost ist dabei der einfache Umstieg in die S-Bahn zum Flughafen München gewährleistet.

Ebenfalls ab dem Fahrplanwechsel hält die Westbahn in Kooperation mit dem Land Salzburg und dem Salzburger Verkehrsverbund darüber hinaus morgens mit zwei Zügen nach Salzburg und nachmittags mit drei Zügen von Salzburg zusätzlich in Straßwalchen, Neumarkt am Wallersee und Seekirchen am Wallersee. Mit jeder neuen Flotte setzt die Westbahn Verbesserungen um.

Bei der dritten Flotte konnte das bewährte Alu-Leichtbaukonzept weiter optimiert werden: Das Garniturgewicht wurde trotz erweiterter technischer Ausstattung um zwei Tonnen verringert, wodurch der KISS 3 für eine Fahrt Wien – Salzburg etwa 25 Prozent weniger Energie verbraucht als andere Flotten auf dieser Strecke. Darüber hinaus sind die KISS 3 auch „streckenschonend“ auf der Infrastruktur unterwegs, da die maximale Achslast bei lediglich rund 18,5 t (und damit etwa 3,5 t unter anderen gängigen Fernverkehrs-Zügen) liegt.

Auch für den operativen Betrieb an sich sind die KISS 3 noch besser ausgerüstet als die Flotten zuvor: Die Ausstattung der Garnituren mit dem derzeit modernsten Zugsicherungssystem ETCS Level 2 – Baseline 3 bedeutet mehr Ausfallssicherheit und bessere und übersichtlichere Informationen für die Mitarbeitenden im Triebfahrzeug sowie bei der Infrastruktur.

Verbesserungen für das Wohlbefinden der Reisenden, etwa eine stärkere Druckertüchtigung der Züge, Anpassungen bei der Klimaanlage und ein optimiertes WC-System mit Desinfektionsmittelspender runden die baulichen Fortschritte bei KISS 3 ab. KISS steht für komfortabler innovativer spurtstarker S-Bahnzug.





Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten

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