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DB AG stellt neuen SPFV-Fahrplan vor

(Europa, Fahrplanänderungen, Fernverkehr, Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Zum Fahrplanwechsel im Dezember wird sich auch im SPFV der DB AG einiges tun. Mit zahlreichen neuen Sprinterverbindungen bietet die DB AG ab 2022 auf acht der zehn stärksten innerdeutschen Flugstrecken eine Alternative zum Flugzeug. Dreimal täglich je Richtung verbindet ein superschneller Sprinter Berlin und Köln ohne Zwischenhalte in unter vier Stunden. Das ist bis zu dreißig Minuten schneller als bisher. Der Sprinter fährt weiter bis Bonn und ermöglicht so auch schnelle Verbindungen zwischen Berlin und Bonn.

Auf der Strecke Düsseldorf–Köln–München sind Reisende bis zu dreißig Minuten schneller unterwegs. Neue Sprinterverbindungen am Tagesrand ermöglichen Geschäftsreisenden, morgens frühere Termine wahrzunehmen und abends wieder Zuhause zu sein. Von Hamburg über Hannover nach Frankfurt Flughafen gelangen Fahrgäste früh am Morgen neuerdings umsteigefrei rund zehn Minuten schneller. Neue Abendsprinter zwischen Berlin und München mit Abfahrt gegen zwanzig Uhr erreichen ihr Ziel in unter vier Stunden.

DB-Fernverkehrschef Michael Peterson: „Unsere neuen superschnellen Sprinter machen das Reisen mit der Bahn noch attraktiver. Selten war Klimaschutz so einfach und angenehm. Durch kürzere Reisezeiten von Innenstadt zu Innenstadt setzt die DB ab Dezember neue Standards. Und nach dem erfolgreichen Start zwischen Warnemünde und Dresden legen wir jetzt auch im Westen mit einer neuen Fernverkehrslinie nach. Wir wollen noch mehr Bahn in der Fläche Deutschlands.“

Ab dem 12. Dezember verbindet eine neue Fernverkehrslinie Dortmund bzw. Münster über Siegen mit Frankfurt am Main im Zweistundentakt. Für Reisende ergeben sich durch die insgesamt 16 neuen Fernverkehrshalte zahlreiche neue Direktverbindungen. Dank dieser verkürzt sich die Reisezeit um bis zu zwanzig Minuten. Einmal am Tag verkehrt ein Zug über Münster hinaus bis Norddeich Mole. So haben Fahrgäste aus Hessen einen neuen Anschluss an die Fähre auf die Inseln Norderney und Juist.

Zwischen Letmathe und Dillenburg gelten in den Intercity-Zügen auch Nahverkehrsfahrkarten des Westfalen- und NRW-Tarifs – hierfür hat der NWL SPNV-Leistungen abbestellt und wendet im Vergleich zum Status Quo rund 220.000 Euro pro Jahr mehr auf. Neben der neuen Fernverkehrslinie baut die DB AG das Angebot an Direktverbindungen aus. So ist Bremerhaven nun direkt mit einem Intercity aus dem Rheinland bzw. Ruhrgebiet erreichbar.

Die zweistündliche ICE-Linie München–Stuttgart–Frankfurt Flughafen–Köln–Dortmund fährt künftig weiter nach Hamburg. So gelangen Reisende aus Münster, Osnabrück und Bremen rund eine Stunde schneller umsteigefrei zum Beispiel nach Frankfurt Flughafen und Stuttgart. Am Tagesrand verbinden spätabendliche ICE-Direktzüge Köln mit München und Stuttgart. Eine Sprinterverbindung Köln–Hamburg wird von/nach Lübeck verlängert. So entsteht eine ganzjährige tägliche Direktverbindung zwischen der Hansestadt und NRW, die Reisende bis zu zwanzig Minuten schneller an ihr Ziel bringt.

Um der steigenden Zahl von Fahrgästen gerecht zu werden, setzt die DB ag im nächsten Jahr vermehrt neue XXL-ICE 4 mit 13 Wagen ein. Mit einer Länge von 374 Metern und Platz für 918 Reisende kann der XXL-ICE fünfmal so viele Menschen befördern wie ein Mittelstreckenflugzeug. So fahren auf der Linie München–Stuttgart–Frankfurt Flughafen–Köln–Dortmund–Hamburg künftig nur XXL-ICE. Von diesen Zügen erhält die DB AG alle drei Wochen ein neues Exemplar.

Auf vielen Verbindungen ersetzt die DB AG zudem die bisherigen Intercity- durch komfortablere ICE-Züge, so auf der Strecke Frankfurt/Karlsruhe–Stuttgart–Ulm–München. International plant die DB AG ebenfalls aktive Verbesserungen. So verkürzt sich die Reisezeit auf der Strecke zwischen München und Zürich um dreißig Minuten auf rund dreieinhalb Stunden. Möglich wird dies durch die modernste Variante des europäischen Zugssicherungssystems ETCS in den eingesetzten Schweizer Zügen.

Die kürzere Fahrzeit gilt ab Dezember bei der Hälfte der Fahrten, voraussichtlich im April folgt der Rest. Über die jetzt elektrifizierte Südbahn Ulm–Ravensburg–Friedrichshafen fährt künftig eine neue Railjet-Verbindung täglich umsteigefrei von Frankfurt an den Bodensee, nach Vorarlberg und weiter nach Wien. Züge auf dieser Verbindung bieten ebenfalls vollen ICE-Komfort. Im Norden erreichen Reisende im Sommer Dänemark noch häufiger. Die Zahl der Verbindungen wächst von bisher sieben auf dann acht pro Richtung.


Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
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