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Rheinische Mobilitätsakademie in Köln

12.05.22

Zur ersten Mobilitätsakademie haben der Aachener Verkehrsverbund (AVV), der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) sowie der Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR) in der letzte Woche zur Halle Tor 2 eingeladen. Die drei Akteure haben ihren Besuchern die Maßnahmen zur rheinischen Mobilitätswende vorgestellt. Rund 250 Interessierte haben an der Mobilitätsakademie teilgenommen. Projektmitarbeiter und Vertreter der Partner von VRS, AVV und NVR haben im Rahmen eines Infomarktes, mit Vorträgen und in Workshops die neuesten Entwicklungen aus den Bereichen Tarif, Fahrzeuge, vernetzte Mobilität und vielen mehr vorgestellt, die heute bereits im Rheinland angewendet werden.

Bevor sich die Besucher auf eine Entdeckungstour durch das Portfolio von VRS, AVV und NVR machten, begrüßten die Geschäftsführer Norbert Reinkober (VRS/NVR) und Hans-Peter Geulen (AVV) die Interessierten. „Die Mobilitätswende ist eine große Herausforderung und bietet zugleich große Chancen“, betonte Norbert Reinkober. „Abwarten gilt nicht mehr, die Pflöcke für eine nachhaltigere Mobilität müssen heute eingeschlagen werden. Wir von VRS, AVV und NVR sind da gemeinsam dran und wir sind stolz, Ihnen heute schon viele Projekte präsentieren zu können, die im Rheinland bereits existieren und hier die Mobilität von morgen prägen werden. Handfeste Anerkennung unserer Arbeit ist die Verleihung des Deutschen Verkehrswendepreises an das Zukunftsnetz Mobilität NRW, dessen Geschäftsstelle beim VRS angesiedelt ist.“

Hans-Peter Geulen ergänzte: „Im Sinne des Klimaschutzes eine neue Mobilität zu schaffen, das kann uns nur gemeinsam gelingen. Wir sind zusammen auf dem Weg vom Verkehrs- zum Mobilitätsverbund und müssen diesen Transformationsprozess in enger Abstimmung mit dem Land, den Kommunen und den Verkehrsunternehmen weiter mutig gestalten. Unsere Partner können dabei von einer Vielzahl an Instrumenten, Austauschformaten und Konzepten konkret profitieren.“

Die Geschäftsführer betonten: Mit dem reinen Ausbau des ÖPNV ist die Mobilitätswende nicht zu schaffen. Stattdessen müssen auch sogenannte Push-Faktoren wie der neue Zuschnitt öffentlicher Räume und eine Parkraumbewirtschaftung umgesetzt werden. Nur so sei die von der Politik gewünschte Verdopplung der Fahrgastzahlen bis Ende des Jahrzehnts zu erreichen. Zudem komme es entscheidend auf die finanzielle Ausstattung an.

Der VRS lässt im Rahmen einer Studie untersuchen, wie sich die Finanzierung des ÖPNV auf eine breitere Basis stellen lässt. Ziel ist es, die Fahrgäste, die durch die Ticketkäufe bislang rund 75 Prozent der Kostendeckung bestreiten, zu entlasten. Etwa durch eine Beteiligung von Bund und Land oder auch durch eine Nutznießerfinanzierung statt Nutzerfinanzierung, bei der Arbeitgeber, Vermieter oder Geschäftsleute, in die Pflicht genommen werden könnten. Der AVV hat eine vergleichbare Studie bereits durchgeführt und deren Ergebnisse auf der Mobilitätsakademie vorgestellt.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de