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MoBiel legt Jahresbilanz 2021 vor

22.06.22

Das Bielefelder Verkehrsunternehmen MoBiel hat seine Bilanz für 2021 vorgelegt. Seit letztem Jahr sind die nächsten neuen Vamos-Stadtbahnen unterwegs, und mit dem probeweisen Einsatz der ersten Wasserstoffbusse geht moBiel sogar ganz neue Wege. Darüber hinaus erfreuen sich die Sharing- Angebote, insbesondere das Fahrradverleihsystem meinSiggi, weiterhin wachsender Beliebtheit.

„Damit bleibt die moBiel Motor der Verkehrswende in Bielefeld“, sagt Geschäftsführer Martin Uekmann. Dass die Verkehrswende allerdings eine enorme Herausforderung ist und keineswegs von der moBiel allein zu schultern ist, zeigt ebenfalls der Blick ins vergangene Jahr. MoBiel verzeichnete 2021 zwar einen leichten Anstieg der Fahrgastzahlen im Vergleich zum Vorjahr. „Von den einst gut 60 Millionen Fahrgästen sind wir aber pandemiebedingt immer noch weit entfernt“, sagt Uekmann.

Es werde sicherlich noch einige Zeit dauern, bis die Fahrgastzahlen wieder auf Vor-Corona-Niveau steigen. Das spiegele sich auch in der Bilanz wider. „Nur dank des Rettungsschirms, der inzwischen auf 2022 ausgedehnt worden ist, sind wir wieder mit einem blauen Auge durch das Jahr gekommen“, sagt Uekmann. Insgesamt nutzten 2021 rund 34,8 Millionen (Vorjahr: 33,6 Millionen) Fahrgäste Bus und Stadtbahn in Bielefeld. In der Pandemie haben – besonders im ersten Halbjahr – einmal mehr viele Fahrgäste ihre Kontakte eingeschränkt oder im Homeoffice gearbeitet.

Dank der neuen Schüler-Card verzeichnete moBiel allerdings einen Anstieg der Fahrgastzahlen bei Schülern, Schülerinnen und Auszubildenden um 25,1 Prozent. Insgesamt führte das zu einem allgemeinen Anstieg der Fahrgäste von 3,8 Prozent. Die Umsatzerlöse beliefen sich 2021 auf 52,9 Millionen Euro (Vorjahr: 54,2 Mio. Euro). Da sich die Corona-Lage ab dem zweiten Quartal entspannt hat, fiel der Jahresverlust mit 32,8 Millionen Euro sogar um 6,5 Millionen Euro geringer aus als ursprünglich für 2021 geplant. Hier macht sich der Rettungsschirm von Bund und Land bemerkbar. Auch ab 2023 werde moBiel auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein.

„Zum einen sind in der Pandemie viele ehemalige Fahrgäste auf das Auto umgestiegen, zum anderen werden weiterhin jedes Jahr bis zu 5000 Autos zusätzlich in Bielefeld zugelassen. Das macht uns zu schaffen, weil dadurch die Straßen verstopfen und auch wir mit unseren Bussen im Stau stehen. Die Veränderung der Arbeitswelt könnte uns aber in die Karten spielen, da hohe Fixkosten eines Pkw nicht im Einklang mit der geringen Nutzung durch Homeoffice stehen,“ sagt Martin Uekmann.

„Außerdem sind wir gespannt, wie sich das neue 9-Euro-Ticket auswirkt. Wir hoffen, dass einige auf den Geschmack kommen und danach weiter mit uns fahren“, ergänzt Cornelia Christian, Leiterin des MoBiel-Kundenmanagements. Für 2022 hat moBiel Investitionen in Höhe von etwa dreißig Millionen Euro geplant. Aktuell laufen vorbereitende Arbeiten für den Bau der drei modernen Hochbahnsteige auf der Hauptstraße in Brackwede.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de