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Go-Ahead startet mit Personalmangel

22.11.22

Go-Ahead wird am 11. Dezember mit einem reduzierten Notfahrplan rund um Augsburg an den Start gehen. Das Unternehmen wird dabei ein Stufenkonzept anwenden. Zu Beginn mit dem Startfahrplan die erste Stufe, dann mit dem Übergangsfahrplan die zweite und spätestens ab Juni mit dem Regelfahrplan dann den vollen Umfang, die dritte Stufe.

„Es tut uns sehr leid und wir bitten die Fahrgäste um Entschuldigung, aber es geht nicht anders: wir können in der ersten Zeit nicht alle Züge fahren“, so Fabian Amini, Geschäftsführer von Go-Ahead Bayern. „Wir wollen vermeiden, dass täglich dieser oder jener Zug nicht fahren kann, weil wir zu Beginn zu wenige Lokführer haben. Daher reduzieren wir lieber von Anfang an und machen das öffentlich bekannt, damit die Fahrgäste sich darauf einstellen können.“

Amini: „Spätestens ab Juni werden wir den bestellten Regelfahrplan in vollem Umfang fahren – darauf können sich unsere Fahrgäste verlassen. Bis Juni haben die noch fehlenden Lokführer ihre Ausbildung beendet und können unser Team verstärken. Daher sind wir sicher, dass wir spätestens ab Juni den kompletten Fahrplan fahren können. Wir haben im Branchenvergleich in die Personalsuche sehr viel mehr investiert als viele andere, und sind auch bei der Personalgewinnung erfolgreich – leider nicht erfolgreich genug.“

Dass der Personalmangel nicht nur Go-Ahead Bayern trifft, bestätigt auch Matthias Stoffregen, Geschäftsführer des Branchenverbandes Mofair. „Wir sehen seit längerer Zeit in der ganzen Branche, dass der Personalmangel sich zuspitzt. Es gibt deutschlandweit zu wenige Lokführerinnen und Lokführer, und das Problem wird besonders oft beim Anbieterwechsel in einem Netz deutlich. Darüber hinaus sind auch weitere Berufsgruppen betroffen.“

Dabei bilden die Unternehmen nach wie vor im großen Stil Mitarbeiter aus: Sowohl Quereinsteiger als auch klassische Berufsausbildungen. Unklar ist indes, wielange ein Quereinsteiger durchschnittlich im Unternehmen bleibt. Insgesamt sechs Linien wird das Unternehmen betreiben. Die Streckenabschnitte München – Augsburg, Dinkelscherben – Ulm, Meitingen – Donauwörth – Treuchtlingen und Würzburg – Ansbach werden von Anfang an im vollen Umfang bedient. Bis zum 5. Februar wird es allerdings Teilausfälle und Busersatzverkehre geben.

So entfallen morgendliche Verstärkerzüge und der Halbstundentakt zwischen Augsburg und Dinkelscherben verzögert sich. „Die Betriebsaufnahme eines so großen Liniennetzes ist eine ziemliche Herausforderung für unser ganzes Team,“ so Amini. „Ich bin stolz auf das, was meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Monaten alles geleistet haben.“ Das Linienpaket ist die größte Betriebsaufnahme 2022 in Bayern.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de