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VDV stellt Energiesparkonzept vor

02.12.22

Die massive Energiekrise und -knappheit in Deutschland hatte die Bundesregierung veranlasst, kurzfristig und mittelfristig umsetzbare Energiesparmaßnahmen zu verordnen. VDV-Vizepräsident Tim Dahlmann-Resing: „Die Branche geht einen Schritt weiter und zeigt in einem aktuellen Positionspapier weitere energieeinsparende und effizienzsteigernde Möglichkeiten auf. Die günstigste Energie ist die, die man nicht verbraucht. Bei den Verkehrsunternehmen macht die Energie für den Fahrbetrieb mit elektrischen Bahnen mehr als achtzig Prozent des gesamten Bedarfes aus – hier liegt der Schwerpunkt unserer Betrachtungen.“

Diese sollen die Maßnahmen in der von der Bundesregierung beschlossenen Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen erweitern. Experten aus der Branche haben gemeinsam mit dem VDV Empfehlungen für zusätzliche Energiesparmaßnahmen in Bus- und Bahnunternehmen ausgearbeitet und wollen so einen Beitrag leisten, um mögliche weitreichende Folgen der Energiekrise zu mindern.

„Wir müssen aktuell in Deutschland alle Optionen zum Energiesparen in Betracht ziehen, das gilt auch für unsere Branche. Im Winter sind die Fahrgäste im ÖPNV mit Mänteln und Mützen unterwegs – es ist also nicht zwingend notwendig, die Fahrzeuge permanent auf zwanzig Grad Celsius aufzuheizen. Wenn wir die Temperatur allein in den Straßenbahnen in Deutschland bei 15 Grad Celsius im Winter halten, können wir den Energieverbrauch erheblich reduzieren. Eine um fünf Grad geringere Temperatur in den Bahnen entspricht der Stromerzeugung eines mittleren Kraftwerks oder dem durchschnittlichen Verbrauch von 35.000 Haushalten in Deutschland“, so Dahlmann-Resing.

Darüber hinaus sollen die Temperaturen in den Abstellhallen von sieben auf fünf Grad Celsius gesenkt werden. Es soll weitere Schulungen zum energieeffizienten Fahren geben und wenn man die Höchstgeschwindigkeit kommunaler Schienenfahrzeuge von siebzig auf sechzig Kilometer pro Stunde senkt, sinkt auch der Strombedarf um bis 15 Prozent. Darüber hinaus sollten auch Rückeinspeisetechnologien in Zukunft stärker in den Fokus rücken und gefördert werden, sodass auch hier der Bedarf an Fahrstrom im laufenden Betrieb gesenkt wird.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de