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RLP verbessert Frankreich-Anbindung

10.05.23

Die Direktverbindungen aus Rheinland-Pfalz nach Frankreich werden verbessert. Die beiden Aufgabenträger SPNV Nord und SPNV Süd haben die Vergabeunterlagen für die Ausschreibung des grenzüberschreitenden Regionalverkehrsnetzes zwischen Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und der französischen Region Grand Est veröffentlicht. Das Netz umfasst alle schienengebundenen grenzüberschreitenden Regional- und Nahverkehrsangebote zwischen Deutschland und Frankreich mit Ausnahme der Stadtbahnangebote nach Sarreguemines (Saarbahn) und der Straßenbahn Kehl – Strasbourg.

Die Vergabe erfolgt in zwei Losen. Die in die Pfalz führenden Linien gehören zum Los Ost, die Strecke Metz – Trier zum Los West. Auf rheinland-pfälzischer Seite werden die drei Grenzübergänge der Strecken zwischen Metz und Trier sowie zwischen Wörth bzw. Neustadt und Strasbourg deutlich aufgewertet. Der ab Mitte Dezember 2026 geltende Vertrag regelt die stündlichen Verbindungen aus der Pfalz in den jeweiligen französischen Grenzbahnhof (Lauterbourg und Wissembourg) und die täglich mehrfache umsteigefreie Weiterfahrt in die elsässische Metropole Strasbourg.

In einer zweiten Stufe ab etwa 2028 soll es dann stündliche umsteigefreie Verbindungen von Karlsruhe aus über Wörth nach Strasbourg geben. Von Trier aus geht es im täglichen Zweistundentakt umsteigefrei nach Metz und zurück. Zum Einsatz kommen französische Züge, die speziell für die verschiedenen Strom- und Signalsysteme der DB und der SNCF ausgelegt sind. Die Triebwagen vom Typ Coradia Polyvalent werden derzeit im elsässischen Werk Reichshoffen gebaut.

Fritz Brechtel, Landrat im Kreis Germersheim und Achim Hallerbach Landrat im Kreis Neuwied (beide CDU), die politischen Verbandsvorsteher der Aufgabenträger erklären dazu: „Weil die Serienfertigung der Züge in Kürze beginnt, bemühen wir uns um eine Zwischenlösung mit umsteigefreien Zügen ab Dezember 2024. Wir wollen die Verbesserungen im Regionalverkehr möglichst schnell starten, noch bevor der Vertrag über den nun ausgeschriebenen Verkehr Ende 2026 in Kraft tritt. Wenn nötig, soll das Zugangebot in Stufen verbessert werden.“

Das Vergabeverfahren für die künftigen umsteigefreien Verkehre startete formell im letzten Jahr mit einem Teilnahmewettbewerb. Die Verkehrsunternehmen aus dieser Vorstufe haben nun, seit Mittwoch den 26. April 2023, die eigentlichen Vergabe-unterlagen zur Verfügung gestellt bekommen. Diese enthalten u.a. eine ausführliche Leistungsbeschreibung, die Fahrpläne und die Qualitätsvorgaben.

Nun erarbeiten die Verkehrsunternehmen ihre Betriebskonzepte und geben anschließend ein Angebot ab. Eine wesentliche Herausforderung bei dieser Vergabe ist die Zweisprachigkeit. Mit den arbeitsrechtlichen Fragen, wie die Weiterbeschäftigung des Personals beiderseits der Grenze beschreiten die beteiligten Aufgabenträger Neuland – zumindest in Rheinland-Pfalz kommt das Thema erstmals überhaupt auf.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de