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Wiener Linien ziehen weitere Zwischenbilanz

16.08.23

Die Wiener Linien haben Anfang des Jahres ihr Fünf-Punkte-Programm zur Stabilisierung der Intervalle und Bewältigung der angespannten Personalsituation vorgestellt. Während das Verkehrsunternehmen Ende letzten Jahres mit massiven Personalproblemen und vielen kurzfristigen Ausfällen zu kämpfen hatte, konnte rasch nach Inkrafttreten des Fünf-Punkte-Programmes der Fahrplan wieder stabilisiert und 99 Prozent der vorgesehenen Fahrten plangemäß durchgeführt werden.

Ein umfassendes Paket mit Maßnahmen zur Mitarbeiter-Gewinnung sowie Attraktivierung der Jobs im Fahrdienst ist nun in Umsetzung. Die Situation hat sich so weit stabilisiert, dass die Fahrplaneinschränkungen nun zurückgenommen werden können. „Wir haben all unsere Kräfte dafür eingesetzt, unser Unternehmen als Arbeitgeberin zu attraktiveren und damit auch unseren Fahrgästen wieder die von den Wiener Linien gewohnte Verlässlichkeit zu bieten. Aber ich möchte ehrlich sein: Vor uns liegt kein Sprint, sondern ein Marathon“, sagt Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien.

„Das Unternehmen tut alles, um die weltweit angespannte Arbeitsmarktsituation und die andauernde Pensionierungswelle zu meistern“, erklärt Reinagl. „Trotz der sehr angespannten Situation am Arbeitsmarkt ist es den Wiener Linien mit dem Fünf-Punkte-Programm gelungen, die Personalsituation zu stabilisieren und zu einem ähnlichen Fahrplan wie im Herbst 2022 zurückzukehren. Dennoch bleibt der Arbeitskräftemangel eine Herausforderung für das Unternehmen und für ganz Österreich. Das Fünf-Punkte-Programm wird uns deshalb auch in Zukunft begleiten und das Team der Wiener Linien wird weiterhin mit hohem Einsatz die Personalrekrutierung forcieren“, so Öffi-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ).

Bis 2031 benötigen die Wiener Linien rund 7.000 neue Mitarbeiter in allen Fachbereichen. Drei Viertel der Mitarbeiter, die in zehn Jahren für die Wiener Linien arbeiten, sind derzeit noch nicht im Unternehmen. Dennoch: Der Arbeitskräftemangel beschäftigt lange nicht nur mehr die Öffi-Anbieter. Er zieht sich durch alle Branchen.

„Alle Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, werden gedreht“, ergänzt Reinagl. „Wir werden das 5-Punkte-Programm weiterhin mit voller Intensität umsetzen.“ Das Verkehrsunternehmen bildet mehr Straßenbahn-Fahrer und Bus-Lenker parallel aus als jemals zuvor in der Geschichte der Wiener Linien und wird diese Entwicklung auch im nächsten Jahr fortsetzen.

2021 gab es noch 257 Ausbildungsplätze im Straßenbahn-Betrieb. 2023 sollen bis Jahresende 340 neue Fahrer ausgebildet werden. 2024 sollen es ganze 490 sein. Die Fahrdienstausbildung wurde in den vergangenen Monaten grundlegend modernisiert und die Lernzeiten ausgedehnt. Damit wurde auch der Drop-Out aus der Ausbildung reduziert. Im Vergleich zum ersten Quartal 2022 ist die Abbrecherquote um fünfzig Prozent in den Straßenbahnschulen gesunken. Bei den Busschulen konnte diese um rund 25 Prozent verbessert werde

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de