03.11.23
Die Deutsche Bahn und die Bundespolizei setzen ihre gemeinsame Sicherheitsoffensive an Bahnhöfen fort: Nach einem erfolgreichen Testlauf im Berliner Bahnhof Südkreuz steht ab sofort auch am Hamburger Hauptbahnhof die Hilferuf-App „SafeNow“ zur Verfügung. Diese ermöglicht Nutzern, unauffällig Hilfe zu holen, ohne zu telefonieren. Das verringert das Risiko, in einer Notsituation selbst Opfer von Gewalt zu werden.
Mit dem einfachen Aktivieren eines Buttons auf dem Smartphone löst man den digitalen Hilferuf aus. Der Alarm erreicht direkt die Sicherheitskräfte im Bahnhof und in der Wandelhalle. Den Start des Pilotversuchs am Hamburger Hauptbahnhof gaben letzte Woche DB-Sicherheitschef, Hans-Hilmar Rischke, die Abteilungsleiterin Bundespolizei im Bundesministerium des Inneren, Isabel Schmitt-Falckenberg, und Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD).
„Täglich nutzen deutlich mehr als eine halbe Million Menschen den Hamburger Hauptbahnhof – und das rund um die Uhr. Mit der App „SafeNow“ werden wir gemeinsam mit der Bundespolizei noch schneller da sein, wo Hilfe benötigt wird“, so Hans-Hilmar Rischke, Leiter der Konzernsicherheit der Deutschen Bahn. Der Hamburger Hauptbahnhof ist Deutschlands meist frequentierter Bahnhof: Täglich besuchen ihn rund 550.000 Menschen.
Ergänzend zur Partnerschaft „Allianz sicherer Hauptbahnhof“ von der Polizei Hamburg, der Bundespolizei, der DB Sicherheit und der Hochbahnwache sowie knapp 200 modernen Videokameras ist die SafeNow-App nun ein weiteres Element für mehr Sicherheit im Bahnhof. Der Test der „SafeNow“-App ist Teil des Vorhabens „Sicherheitsbahnhof“. Unterstützt vom BMI sowie dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) erforschen, entwickeln und erproben Bundespolizei und die Deutsche Bahn zukunftsfähige Sicherheitskonzepte für Bahnhöfe.
Neben der schnellen Hilfe haben Untersuchungen während des Pilotversuchs in Berlin-Südkreuz gezeigt, dass die App auch einen positiven Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Reisenden, Bahnhofsbesuchern sowie Mitarbeitenden der Gewerbe und der DB vor Ort hat. So konnte die Hemmschwelle, Hilfe anzufordern, gesenkt werden. Im Durchschnitt benötigten die Sicherheitskräfte der DB und der Bundespolizei weniger als drei Minuten, um zum Ort des Geschehens zu gelangen und schnell und zielgerichtet in die Situation einzugreifen. Dazu zählten beispielsweise medizinische Notfälle aber auch aggressives Verhalten, unbeaufsichtigtes Gepäck oder Straftaten wie Körperverletzungen.
Auch in Hamburg begleitet ein unabhängiges Forschungsinstitut den kompletten 15-monatigen Pilotversuch. Innensenator Andy Grote: „Die Hilferuf-App SafeNow ist ein weiterer Baustein in unserem Sicherheitspaket für den Hamburger Hauptbahnhof. Das Konzept, mit dem wir im Rahmen der Allianz sicherer Hauptbahnhof für mehr Sicherheit am größten deutschen Fernbahnhof sorgen, zeigt bereits Wirkung und findet bundesweit Anerkennung.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
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Quelle: Zughalt.de