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Wien ruft Öffi-Jahrzehnt aus

01.12.23

Der städtische Zugverkehr in Wien erhält einen Boost: Kürzlich wurden mit dem Fahrplan 2023/24 umfangreiche Verbesserungen des Verkehrsangebots in der Ostregion verkündet. Letzte Woche beschloss der Wiener Gemeinderat gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Ost-Region und dem Bund eine Verlängerung des Verkehrdienstevertrages mit der ÖBB-Personenverkehr AG um weitere vier Jahre. Kern dieser Vereinbarung sind umfangreiche quantitative und qualitative Leistungsausweitungen im Schienenpersonennah- und -regionalverkehr in der Metropolregion Wien, die den Wienerinnen und Wienern zugute kommen werden.

„Mit diesem Schritt treiben wir die Mobilitätswende massiv voran und investieren so gleichzeitig in den Klimaschutz. Zusammen mit diesem erweiterten Angebot und dem konsequenten Ausbau des Wiener U-Bahn- und Straßenbahnnetzes kann man zu Recht sagen: Wir machen die 20er Jahre zum Öffi-Jahrzehnt“ sagt Wiens Öffi-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ).

Verkehrdiensteverträge (VDV) regeln, welche Leistungen die Eisenbahnverkehrsunternehmen in welcher Quantität und Qualität für die Fahrgäste erbringen müssen. Der bestehende VDV für die Ostregion, der ursprünglich im Jahr 2029 ausgelaufen wäre, wird nun zweigeteilt und hinsichtlich dem für Wien relevanten Verkehrsangebot bis zum Jahr 2033 verlängert. Die Stadt Wien nimmt nun die Vertragsverlängerung – betitelt als VDV 2024+ – zum Anlass, um die ursprünglich paktierten Fahrplankilometer deutlich zu erhöhen und umfangreiche Zusatzleistungen zu bestellen.

Hanke zeigt sich erfreut: „Der VDV 2024+ ist ein Meilenstein im Ausbau des Öffi-Angebots in der Metropolregion Wien. Wir steigern die jährlichen Fahrplankilometer von 2024 bis 2029 stufenweise um insgesamt mehr als zehn Millionen, von 46 auf 57 Millionen Fahrplankilometer. Das ist ein massives Plus von 24 Prozent!“

„Wiens dichtes und gut funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz gehörte schon bisher zu den weltweit besten. Diese Vorbildfunktion Wiens wird mit dem VDV 2024+ weiter gestärkt: Wien, Bund und VOR bringen für die Bewohner, Pendler und Gäste der Bundeshauptstadt ein noch umfassenderes und besseres Angebot auf Schiene“ freut sich Karin Zipperer, Geschäftsführerin des Verkehrsverbund Ost-Region (VOR), über den Gemeinderats-Beschluss.

Das vorgesehene Budgetvolumen ermöglicht eine sukzessive Steigerung der Fahrplankilometer und damit verbundene Leistungsausweitungen bis zum Jahr 2033. Umgerechnet in Euro bedeutet der neue VDV 2024+ eine Öffi-Investition der Stadt Wien alleine in das Angebot des Wiener Schienenpersonennah- und -regionalverkehrs von mehr als einer halbe Milliarde Euro für die nächsten zehn Jahre. Neben den Leistungsausweitungen beim Angebot wird unter anderem auch in moderne und barrierefreie Züge und damit in einen noch besseren Fahrkomfort investiert. Konkret spiegelt sich die Erhöhung der Fahrplankilometer in mehreren zusätzlichen Leistungen wider.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de