05.12.23
Um die Bahnhöfe sowohl für Reisende wie auch für Kunden so sicher und so angenehm wie möglich zu gestalten, möchte die SBB die Personenflüsse in den Bahnhöfen besser kennen. Deshalb hat sie im April 2023 ein neues Kundenfrequenzmesssystem zur Beschaffung ausgeschrieben. Das Vorhaben hatte in der Öffentlichkeit viele Fragen aufgeworfen, woraufhin die SBB das Projekt nochmals geprüft und am 12. Juni 2023 eine angepasste Ausschreibung publiziert hat. Letzte Woche hat die SBB die Vergabe des Kundenfrequenzmesssystems an den Anbieter Swisscom Broadcast AG kommuniziert.
Bisher hat die SBB beim Ein- und Ausgang und zum Teil auch im Bahnhof die Anzahl Personen gemessen. Vereinzelt wurden Personenströme dargestellt. Mit dem System von Swisscom Broadcast AG soll dies vermehrt möglich sein. Damit kann die SBB die Sicherheit im Bahnhof wo nötig erhöhen, Reinigungspläne optimieren und dafür sorgen, dass das richtige Angebot am richtigen Ort ist. Das System des neuen Anbieters wird ab 2024 schrittweise eingeführt.
In einem ersten Schritt werden die Systeme der bereits ausgerüsteten Bahnhöfe ausgewechselt. Voraussichtlich ab 2025 folgt die Ausrüstung weiterer Bahnhöfe. Eine Liste der Bahnhöfe mit Messsystem ist auf der Webseite „Personenflüsse“ ersichtlich. Es geht darum, die Bahnhöfe für Reisende und Kunden so sicher und so angenehm wie möglich zu gestalten. Die SBB muss die Sicherheit gewährleisten und will sie wo nötig erhöhen, die Reinigungspläne optimieren, Engpässe bei Durchgängen identifizieren, die Personenflüsse richtig lenken und auch dafür sorgen, dass das richtige Angebot am richtigen Ort ist, zum Beispiel Billettautomaten oder Lebensmittelläden.
Kurz: Die Infos zu Personenflüssen dienen dazu, die Bahnhöfe und das gesamte Bahnsystem zu dimensionieren, zu optimieren und zu unterhalten. Die Kunden profitieren von sicher und gut gestalteten Bahnhöfen, sie profitieren davon, wenn die Reinigung gut organisiert ist, die Informationsanzeigen und Sitzgelegenheiten am richtigen Ort platziert sind und bei Umbauprojekten Durchgänge richtig dimensioniert werden. Außerdem gibt es so für Kunden möglichst wenig Hindernisse und Engpässe; Staus vor Durchgängen werden von Anfang erkannt und ausgeschlossen.
Und Kunden finden die richtigen Läden und das Verkaufsangebot dort, wo es ihren Bedürfnissen entspricht. Der Datenschutz ist für die SBB zentral. Deshalb hat die SBB das Messsystem so konzipiert, dass keine personenbezogenen Daten erfasst werden. Es bestehen daher auch keine Risiken einer Datenschutzverletzung.
Dennoch hat die SBB für das eingegangene Angebot eine Datenschutzfolgeabschätzung (Link nur auf Deutsch) erstellt und dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragen (EDÖB) vorgelegt. Dieser hat gegen den in der Datenschutz-Folgenabschätzung beschriebenen Einsatz des Kundenfrequenzmesssystems keine Einwände. Aus den Ergebnissen kann man Bahnhöfe der Zukunft gestalten.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de