22.03.24
Der Regionalbusverkehr im Augsburger Verkehrsverbund (AVV) wird noch umweltfreundlicher: Die Linien im Linienbündel Wittelsbacher Land 2 werden ab sofort mit Elektrobussen des Typs eCitaro der neuesten Generation bedient. Mit der Elektrifizierung dieses Linienbündels setzt der AVV im Landkreis Aichach-Friedberg ein Leuchtturmprojekt um und knüpft dieses an das bereits im Jahr 2020 sehr erfolgreich gestartete eBus-Pilotprojekt der Linie 506e im Landkreis Augsburg an.
Dieses hat gezeigt, dass die eBusse gerade im Regionalverkehr leistungsfähig und zuverlässig fahren können. Zudem senken sie die CO2- und Lärmemissionen. Die geringeren Geräuschemission steigern nicht nur den Komfort für die Fahrgäste, sondern auch für Anwohner an ÖPNV-Knotenpunkten und das Fahrpersonal. „Unser Ziel ist es, einen leistungsfähigen und nachhaltigen ÖPNV anzubieten. Durch den Einsatz von eBussen wird dieser noch umweltfreundlicher“ sagt AVV-Geschäftsführerin Linda Kisabaka.
Allein mit den Fahrplankilometern im Linienbündel Wittelsbacher Land 2 können im AVV jährlich mindestens 192 Tonnen CO2 eingespart werden. „Zudem planen wir, die eBusse immer dann auch auf anderen Linien anstelle von Dieselbussen einzusetzen, wenn die Fahrzeugkapazität im Linienbündel Wittelsbacher Land 2 gerade nicht benötigt wird“, so Paul Kienberger, Geschäftsführer des Verkehrsunternehmens Egenberger GmbH & Co. KG. Die Beförderungskapazität der neuen eBusse entspricht der eines Dieselbusses, die Reichweite liegt bei bis zu 200 Kilometer.
Für den Antrieb sorgen radnabennahe Motoren vom Typ ZF AVE130 an der Antriebsachse. Die eCitaro haben ein zulässiges Gesamtgewicht von zwanzig Tonnen und verfügen über eine Batterie aus Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen. Diese haben eine Ladekapazität von 396 kWh in den Solobussen und von 396 kWh im Gelenkbus. Die Ladung erfolgt über nacht durch Combo-2-Stecker vom Typ CCS-Typ2. Die installierte Ladeinfrastruktur samt Egenberger-Betriebshofmanagementsystem ist bereits technisch für bidirektionales Laden vorbereitet.
Die Ansteuerung der Ladevorgänge erfolgt digital und ist darauf ausgelegt, dass ein Maximum z. B. an Solar- und Windstrom aufgenommen werden kann. Alle Busse sind an beiden Türen mit Rampen ausgestattet, dies erleichtert gerade mobilitätseingeschränkten Fahrgästen den Zugang. Ein extrabreiter TFT-Bildschirm im Front-Bereich und zwei TFT-Bildschirme im mittleren Bereich verbessern die Fahrgastinformation. Besonders ist auch die temperaturabhängige Ambiente-Beleuchtung im Inneren und die rot-grüne Einstiegsbeleuchtung außen an den Türen.
Dank eines speziellen Thermomanagements können sich die Fahrgäste zudem auf ein den Wetterverhältnissen angepasstes Wohlfühlklima freuen. Die Eigeninitiative der Egenberger GmbH & Co. KG war für die Eletrifizierung des Linienbündels wesentlicher Impulsgeber: Ursprünglich war das Linienbündel Wittelsbacher Land 2 für Dieselfahrzeuge ausgeschrieben.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de