01.07.24
Einem Spiegel-Bericht zufolge plant die DB AG im kommenden Fahrplanjahr massive Einschnitte im SPFV, insbesondere in den neuen Bundesländern. Zahlreiche Oberzentren wären dann ganz vom überregionalen Personenverkehr abgeschnitten. Konkret genannt werden die Linien IC 51 (Gera – Köln), IC 56 (Norddeich – Leipzig) und IC 61 (Karlsruhe – Leipzig). Grund sind die massiv gestiegenen Trassenpreise, die die Züge unterhalb des Break-Even-Punktes gebracht hätten, weswegen sie eingestellt werden müssen. Auch die Fahrten an die Ostsee sollen außerhalb der Haupturlaubszeit erheblich ausgedünnt werden.
Zwar gehen die Trassenpreise von der DB Fernverkehr AG an die DB InfraGO, allerdings belasten sie dennoch das Konzernunternehmen stark. Anders als der Regionalverkehr wird der Fernverkehr komplett eigenwirtschaftlich betrieben. Es gibt keinen Aufgabenträger und damit weder einen Besteller noch eine Kontrollinstanz.
Nach Artikel 87e des Grundgesetzes ist der Bund verpflichtet, den Fernverkehr zu organisieren, das nähere regelt ein Bundesgesetz. Ein solches Gesetz existiert nicht, obgleich der Bundesrat bereits zwei Entwürfe verabschiedet hat. Beide Fernverkehrsgesetze wurden jedoch nie im Bundestag debattiert. Es ist möglich, dass die Aufgabenträger Ersatzleistungen bestellen, das kann sowohl bei DB Regio als auch bei Wettbewerbsbahnen geschehen. Hier bleiben die nächsten Wochen abzuwarten.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de