09.10.24
Die Firma Stadler hat im Rahmen der Innotrans gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Landesmobilitätssministerin Katrin Eder (Grüne), Zweckverbandsvorsteher Landrat Fritz Brechtel (CDU) aus dem Kreis Germersheim und Vorstand DB Regio Schiene, Harmen van Zijderveld, den Akku-Flirt für das Pfalznetz der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dem Pfalznetz beschreiten das Land Rheinland-Pfalz, der zuständige Aufgabenträger Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd sowie die DB Regio neue Wege im regionalen Bahnverkehr.
Wo bisher wegen fehlender Elektrifizierung nur Dieselzüge fahren können, werden künftig klimafreundliche batteriehybrid-elektrische Triebwagen (Akku-Triebwagen) verkehren. Das Akku-Zugprojekt unter der konzeptionellen Federführung des Zweckverbandes ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd ist deutschlandweit mit eines der ersten Konzepte, bei dem die Abkehr vom Dieseltriebwagen hin zu batteriehybriden Fahrzeug durchgeführt wird. Batteriehybrid bedeutet, dass die Fahrzeuge unter der Oberleitung der DB konventionell als elektrischer Triebwagen fahren und abseits davon den Strom aus Batterien beziehen.
Die DB Regio AG hat 2021 beide Lose des europaweiten Vergabeverfahrens „Pfalznetze“ gewonnen und wird schrittweise ab Dezember 2025, bis Dezember 2029 mit 44 zweiteiligen Fahrzeugen der Firma Stadler vom Typ FLIRT Akku nahezu alle Dieselzüge auf einem 240 Kilometer umfassenden Bahnstreckennetz in der West- und Südpfalz einschließlich der über den Rhein führenden Strecke nach Karlsruhe sowie im benachbarten Saarland ersetzen. Die Züge sind 55,5 Meter lang und bieten jeweils 172 Sitzplätze. Sie verfügen über eine moderne Innenraumgestaltung mit viel Platz für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder.
Neu ist ein Bereich mit Lounge-ähnlicher Platzanordnung. Die Aufgabenträger finanzieren außerdem ein für die Kunden kostenfreies WLAN, Steckdosen und eine zeitgemäße Kundeninformation im Zug Mit Blick auf die Barrierefreiheit besitzen alle Fahrzeuge eine automatische Spaltüberbrückung, die den Abstand zwischen dem Fahrzeug und der Bahnsteigkante schließt, gleichzeitig befindet sich eine behindertengerechte Toilette im Triebwagen. Die betriebliche Reichweite im Batteriemodus liegt laut Herstellerangaben bei mindestens achtzig Kilometern – nachgewiesen hat Stadler auf Testfahrten bereits 185 Kilometer im Batteriebetrieb.
Im Pfalznetz liegt nach der Fertigstellung von Teilelektrifizierungen der längste Streckenabschnitt ohne Elektrifizierung bei rund 48 Kilometern. Die neuen Akkuzüge sind auf eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ausgelegt. Die Verkehrsleistung der neuen Akkuzüge im Pfalznetz wird dabei Zug um Zug auf jährlich 4,6 Millionen Zugkilometer erhöht. Die heutigen Dieselfahrzeuge werden Schritt für Schritt durch die neuen Züge ersetzt. Der diesbezügliche Verkehrsvertrag mit DB Regio hat eine Laufzeit von 15 Jahren und gilt bis Dezember 2040. Es waren ausschließlich Akkuzüge bei der Vergabe zugelassen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de