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Fünftes Mobilitätsforum in NRW

15.05.25

Rund 380 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Politik und Gesellschaft haben sich letzte Woche zum fünften nordrhein-westfälischen Mobilitätsforum in Gelsenkirchen getroffen. Unter dem Motto „Mobilität der Zukunft“ hatten der Verkehrsverband Rhein-Ruhr (VRR), der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und go.Rheinland eingeladen, um Impulse, Innovationen und Konzepte für nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen im Nahverkehr zu diskutieren.

Höhepunkt der Veranstaltung, die in der Heilig-Kreuz-Kirche im Stadtteil Ückendorf stattgefunden hat, war die Teilnahme des neuen Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder (CDU). Per Live-Schalte aus Berlin sagte Minister Schnieder, dass die kommunale Verkehrspolitik und der öffentliche Personennahverkehr ihm ganz besonders am Herzen liege und seine Erfahrungen als Bürgermeister in seiner neuen Position deshalb nützlich seien.

„Meine Richtschnur ist ganz klar: Politik muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Kein Verkehrsträger ist besser oder schlechter als der andere. Mir ist wichtig, alle diese Bedürfnisse ernst zu nehmen und alle Verkehrsträger zu stärken und zwar insbesondere auch in den ländlichen Regionen.“ Außerdem betonte er einen schnellen Handlungsbedarf bezüglich des Deutschlandtickets: „Wir stehen vor der Herausforderung, dass wir spätestens im Oktober Klarheit über die operativen Umsetzungsschritte brauchen, damit das Deutschlandticket ab dem 1. Januar 2026 rechtssicher ist und bleibt. Das heißt, dass das zugehörige Gesetzgebungsverfahren noch vor dem Sommer abgeschlossen sein und ins Kabinett kommen muss,“ so Schnieder.

Laut Oliver Wittke, Geschäftsführer des VRR, war das Grußwort des Bundesverkehrsministers einen Tag nach Amtsübergabe eine große Anerkennung für die Verkehrsbranche zwischen Rhein und Weser: „Ich freue mich riesig darüber, dass Bundesverkehrsminister Schnieder seinen allerersten Auftritt vor der allgemeinen Öffentlichkeit bei unserem Mobilitätsforum in Gelsenkirchen hatte. Der neue Koalitionsvertrag bringt viele Neuerungen für den ÖPNV mit, von daher passten die Bildung der neuen Koalition und Zeitpunkt der Veranstaltung perfekt zusammen. Wir betrachten das als Ansporn für uns drei SPNV-Aufgabenträger, fühlen uns aber auch gesehen von der Bundesregierung. Denn wir wollen und werden den ÖPNV in NRW besser und einfacher machen, ganz im Sinne unserer Fahrgäste, aber ohne die Unterstützung vom Bund geht es nicht. Gerade um das Potential für das Deutschlandticket zu heben, ist eine Planungssicherheit über das Jahr 2026 unerlässlich.“

Norbert Reinkober, Geschäftsführer bei go.Rheinland, appellierte für die Aufgabenträger sowie in seiner Funktion als Co-Vorsitzender des Netzbeirats in Richtung der neuen Bundesregierung: „Das beschlossene Sondervermögen, das unter anderem zur Ertüchtigung der Infrastruktur eingesetzt werden soll, muss zielgerichtet nach den Bedarfen eingesetzt werden. NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland muss bei der Zuweisung dieser Mittel im Fokus stehen. Nur durch eine ausreichende finanzielle Ausstattung kann es uns gelingen, ein leistungsfähiges Angebot auf der Schiene für 18 Millionen Menschen bereitzuhalten, das den Umstieg vom Auto auf den klimaschonenden Nahverkehr attraktiv macht.“

Eröffnet wurde das Mobilitätsforum mit einer Keynote von Uwe Schneidewind (Grüne), Verbandsvorsteher des VRR und Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, zur Frage, wie die unterschiedlichen Regionen in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig und klimafreundlich werden können.

Hierzu hob Christiane Auffermann, stellvertretende NWL-Geschäftsführerin, die Notwendigkeit des gemeinsamen Blicks in die gleiche Richtung hervor: „Die Herausforderungen des Nahverkehrs lassen sich nur mit einer starken, regionalen Stimme bewältigen. Die Anforderungen der ländlichen Gebiete müssen dabei genauso Berücksichtigung finden wie die der Ballungsräume. Letzten Endes ist Mobilität ein Schlüssel zur Daseinsvorsorge und deshalb muss sie in einer Stadt wie Münster genauso funktionieren wie in Drensteinfurt-Rinkerode. Und für solche Fragen setzen wir uns ein.“

Weitere Programmpunkte beinhalteten Podiumsdiskussionen u.a. mit Verkehrsminister Oliver Krischer zum Deutschlandticket, außerdem zur Zukunft des Eisenbahnverkehrs und der Frage, wie zukünftig dem eklatanten Personalmangel bei einer laufenden Verrentungswelle und funktionstüchtiger Infrastruktur begegnet werden kann.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de