20.05.25
Das Fahrassistenzssystem COSEL soll den Energiebedarf bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) deutlich reduzieren, den Fahrplan stabilisieren und den Komfort erhöhen. Das System wurde in Dresden entwickelt, ist aber auch in anderen Städten anwendbar. Inzwischen sind alle DVB-Straßenbahnen und rund ein Drittel der Busse damit ausgerüstet.
Die Abkürzung „COSEL“ steht dabei für „Computer optimised speed-control for energy-efficient light-rails”. „Das Fahrerassistenzsystem reiht sich ein in einen ganzen Katalog von Maßnahmen zur Ressourcenschonung und Energieeinsparung, die wir bei den DVB schon seit Jahren konsequent verfolgen“, sagt Fahrdienstchef Alexander Koch.
„Das spart nicht nur Energie, sondern in Zeiten klammer öffentlicher Kassen auch pures Geld“. „Das 2012 ursprünglich von Technischer Universität Dresden (TUD), Straßen- und Tiefbauamt Dresden und Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) gestartete Projekt „COSEL“ besitzt heute Serienreife“, meint DVB-Projektleiter Christian Gassel, der, damals noch als TUD-Angestellter, seit Anfang an dabei ist.
Und er fügt hinzu: „Wurde seinerzeit den Fahrern der Linie 3 lediglich am Nürnberger Platz eine Abfahrtsempfehlung gegeben, hat sich heute die Anzahl der in das System integrierten Haltestellen und Kreuzungen deutlich erhöht“. Sie liegen größtenteils auf oder innerhalb des Dresdner Stadtringes. Ein solch vernetztes System im regulären ÖPNV-Linieneinsatz ist weltweit bisher einzigartig. Notwendige Voraussetzung für den Einsatz von „COSEL“ war die Ausrüstung der jeweiligen Lichtsignalanalagen (LSA) mit Knotenrechnern modernster Bauart, die alle notwendigen Basisdaten liefern können.
Im Gegensatz zu den Anfängen, als die Fahrer Hinweise noch auf ein separates Handy-Display bekamen, kann „COSEL“ heute direkt in die Bordcomputer der Dresdner Fahrzeuge eingespielt werden. Die dafür laufende Entwicklung und praktische Umsetzung des Fahrerassistenzsystems, in die auch Partner aus Forschung und Produktion eingebunden waren, begann im Jahr 2020 und hat rund 590.000 Euro gekostet.
Insgesamt 75 Prozent davon wurden durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), durch den Bund sowie den Freistaat Sachen gefördert. Bei den DVB fielen somit rund 147.000 Euro für die Implementierung des Systems in die Bordcomputer an. Dank „COSEL“ müssen Busse und Bahnen weniger an Kreuzungen bremsen, anhalten und wieder anfahren. Das ist nicht nur für Fahrgäste im Wagen angenehmer.
Es stabilisiert auch den Fahrplan. Die Hinweise auf dem Display, wann abgefahren werden sollte oder mit welcher Geschwindigkeit man am besten für ein „Fahrt frei“ an der Kreuzung ankommt, haben stets nur empfehlenden Charakter. Die endgültige Entscheidung trifft der Fahrer, der sich je nach Verkehrssituation auch anders entscheiden kann oder gar muss. Man hofft durch eine vollständige Implementierungauf eine jährliche Gesamtersparnis von bis zu 400.000 Euro.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de