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Ausbau der Siegstrecke gefordert

22.05.25

Im Vorfeld der sechsmonatigen Vollsperrung der Siegstrecke zwischen Siegen und Troisdorf für Sanierungsarbeiten ab Dezember 2026 fordert der rheinland-pfälzische Aufgabenträger SPNV-Nord gemeinsam mit Gewerkschaften, Landräten, Verkehrsverbänden, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Vertretern der Wirtschaft in einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG Richard Lutz, den längst beschlossenen zweigleisigen Ausbau der Siegstrecke ebenfalls anzugehen.

Aus Sicht der Unterzeichner bietet die geplante Sanierungsmaßnahme und die ohnehin vorgesehene Vollsperrung der Trasse die einmalige Chance, die auf Weltkriegsschäden zurückgehenden Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit der Bahnstrecke endlich zu beheben.

„Seit achtzig Jahren verläuft der Bahnverkehr auf der Siegstrecke auf den kleinen Abschnitten zwischen Rosbach und Schladern sowie zwischen Blankenberg und Merten nur eingleisig“, erklärt SPNV-Nord-Verbandsvorsteher Achim Hallerbach (CDU), Landrat im Kreis Neuwied. „Die eingleisigen Abschnitte verursachen nicht nur Engpässe im Güterverkehr, sondern auch dauerhafte Verzögerungen im Personennahverkehr. Verspätungen können durch die beiden eingleisigen Abschnitte nur sehr schwer ausgeglichen und der integrale Taktfahrplan nicht mehr eingehalten werden.“

Die Zweigleisigkeit sei im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 2020 im Punkt „Korridor Mittelrhein: Zielnetz 1“ enthalten, stellt Hallerbach klar: „Der Mittelrheinkorridor ist seit Jahren an der Belastungsgrenze. Der Ausbau der Siegstrecke ist in Verbindung mit dem planerisch begonnenen Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke die am schnellsten und effizientesten umzusetzende Entlastungsmaßnahme für den Mittelrhein. Die Zweigleisigkeit an der Sieg stärkt unmittelbar die Resilienz des Schienenverkehrsnetzes.“

Das Schreiben an den DB-Vorstandsvorsitzenden vom 14. Mai wurde unterzeichnet von den Industrie- und Handelskammern Köln, Bonn/Rhein-Sieg, Koblenz und Siegen, den Landräten der Kreise Siegen-Wittgenstein, Olpe und Altenkirchen, dem DGB (Region Südwestfalen), den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein, dem Arbeitgeberverband für den Kreis Olpe, der IG Metall Olpe, der IG Metall Siegen, ver.di Südwestfalen, der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd sowie der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, der Hessische Landesbahn, dem Zweckverband SPNV-Nord und der KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein.

Die Siegstrecke könnte bei einer besseren Leistungsfähigkeit der Infrastruktur sowie der Leit- und Sicherungstechnik auch für den überregionalen Güterverkehr bedeutender werden und nicht nur die beiden Strecken im Rheintal entlasten. Trotz der grundlegenden Planungen braucht es selbst bei einer positiven Kosten-Nutzen-Bewertung eine konkrete Finanzierungsvereinbarung für mögliche Ausbauten zwischen Band, Bund und Land.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de