28.05.25
Nachdem Anfang Mai der Aufsichtsrat der Mainzer Stadtwerke AG in einer Sondersitzung mit dem Aufsichtsrat der Mainzer Verkehrsgesellschaft der Beschaffung von 22 neuen Straßenbahnen durch die MVG zugestimmt hat, steht jetzt auch der Hersteller der neuen Fahrzeuge fest: Das tschechische Unternehmen Škoda wird die 22 Triebzüge zwischen 2028 und 2030 nach Mainz liefern. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als hundert Millionen Euro.
Die neuen Fahrzeuge werden 22 der heutigen Fahrzeuge ersetzen, die derzeit noch für die MVG im Einsatz sind: Sechs Hochflurfahrzeuge (M8C von DÜWAG) Baujahr 1984, die damit mehr als vierzig Jahre alt sind und 16 Niederflur-Straßenbahnen des Typs GT6M-ZR von ADtranz aus dem Jahr 1996. Die Finanzierung der neuen Bahnen sichert zum Großteil die Mainzer Stadtwerke AG. Zudem gibt es Zuschüsse der Stadt Mainz und eine finanzielle Unterstützung von fünf Millionen Euro des rheinland-pfälzischen Mobilitätsministeriums zur Förderung innovativer Komponenten an den neuen Straßenbahnen.
„Um die Straßenbahn in Mainz auf Dauer zuverlässig zu betreiben, sind die neuen Fahrzeuge zwingend erforderlich“, erläutern die beiden MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof und Florian Wiesemann die Notwendigkeit der Ersatzbeschaffung. Gleichzeitig helfen die Fahrzeuge mit ihrer höheren Kapazität die wachsenden Fahrgastzahlen zu bewältigen und erfüllen die heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit, Modernität und Klimatisierung.
Insbesondere vor dem Hintergrund der Wachstumszahlen beim öffentlichen Personennahverkehr: So erreichten die Fahrgastzahlen der MVG im vergangenen Jahr wieder den Rekordwert von rund 56,9 Millionen aus dem Jahr 2019 vor Corona. In den kommenden Jahren rechnet die MVG mit weiteren Steigerungen bei den Beförderungszahlen. Die Straßenbahn spielt dabei in Mainz für den ÖPNV eine zentrale Rolle, denn die Schienenfahrzeuge sind zuverlässig und komfortabel unterwegs.
Dank weitgehend eigener Gleistrassen ermöglicht die Straßenbahn rasche Fahrzeiten und ist bei den Fahrgästen überaus beliebt. „Inzwischen stoßen wir mit unseren dreißig bis teils über vierzig Jahre alten Bahnen aber bei Wartung und Betrieb an unsere Grenzen. Nur mit neuen Fahrzeugen ist dauerhaft ein verlässlicher, sicherer und moderner Straßenbahnbetrieb in Mainz weiter möglich“, so die MVG-Geschäftsführer. Im Februar 2024 hatte die Mainzer Verkehrsgesellschaft ein Ausschreibungsverfahren gestartet, an dem sich mehrere namhafte Straßenbahnhersteller beteiligt haben.
„Als kommunales Unternehmen setzen wir uns seit vielen Jahren für einen gut ausgebauten ÖPNV in der Stadt Mainz und dem Umland ein. Eine Ersatzbeschaffung in dieser Größenordnung ist finanziell ein erheblicher Kraftakt“, verdeutlicht der Stadtwerke-Vorstandvorsitzende Daniel Gahr die finanziellen Dimensionen. Die Stadt Mainz hatte im Doppelhaushalt für das Jahr 2024/2025 einen Investitionskostenzuschuss von zwölf Millionen Euro eingestellt.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de