04.06.25
Im Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen (VBN) sind wieder mehr Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs: 187,4 Millionen Fahrten wurden im Jahr 2024 gezählt. Das ist ein Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wurde sogar der bisherige Rekord aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 (175,4 Millionen) um zwölf Millionen Fahrten übertroffen. „Der Anstieg ist erfreulich und wäre ohne das Deutschland-Ticket kaum möglich gewesen – doch es gibt noch eine Reihe von Herausforderungen zu meistern”, betont Rainer Counen, Geschäftsführer des VBN.
Grund dafür sind offene Fragen zum Deutschland-Ticket, auch wenn die Fortsetzung im Koalitionsvertrag verankert ist. Gesetzliche Regelungen sind noch erforderlich und Fragen zu einem von der Branche geforderten zentralen Tarifgeber genauso offen, wie die Höhe der Mittel, die Bund und Länder ab 2026 zur Verfügung stellen. Offen ist auch die Verteilung der Einnahmen und die Frage des Ausgleichs für Mindereinnahmen ab 2026. Das Ticket treibt zwar die Fahrgastzahlen, sorgt aber gleichzeitig auch dafür, dass die Einnahmen im Verbundgebiet mit 165,6 Millionen Euro rund 28 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen. Bundesweit werden dieses Jahr rund 3,48 Milliarden Euro Mindereinnahmen erwartet, die es von Bund und Ländern auszugleichen gilt.
„Unser Ziel muss es sein, so viele Kundinnen und Kunden wie möglich zusätzlich vom Deutschland-Ticket zu überzeugen. Hier sehen wir insbesondere auch beim Deutschland-Ticket als JobTicket noch Potenzial. Außerdem sind die offenen Fragen schnellstmöglich zu klären. Dies können nur Bund und Länder. Die Branche steht zur Unterstützung jederzeit zur Verfügung”, so Rainer Counen weiter. Dennoch: Das Deutschland-Ticket erweist sich als starkes Instrument für den Nahverkehr.
Monatlich wurden durchschnittlich 83.500 Tickets über VBN-Vertriebskanäle verkauft. Darüber hinaus nutzen viele weitere Fahrgäste im VBN-Land dieses Angebot, beziehen das Ticket aber über andere Kanäle. Auch für Studenten gibt es seit dem Wintersemester 2024/25 ein neues Angebot: das Deutschland-Semesterticket. Es kostet sechzig Prozent des regulären Deutschland-Tickets und liegt derzeit bei 29,40 Euro im Sommersemester. Alle zwölf ASten, die zuvor das VBN-Semesterticket genutzt hatten, sind auf das neue Modell umgestiegen – rund 51.000 Studenten im Verbundgebiet profitieren davon.
Das beliebte Jugendticket „TIM“ überzeugte mit seinem günstigen Preis von dreißig Euro monatlich. Rund 320.000 TIM-Tickets wurden im Jahr 2024 verkauft. Auch der digitale Vertrieb, wie über die Fahrplaner-App, boomt: 37,5 Prozent mehr Einnahmen wurden über Handytickets erzielt, maßgeblich durch das Deutschland-Ticket – insgesamt 13,8 Millionen Euro. Das meistgenutzte Ticket bei Entschädigungsanträgen war 2024 das Deutschland-Ticket. Die Mobilitätsgarantie, vor allem bei Zugausfällen und Verspätungen im Schienenverkehr, schlug im vergangenen Jahr mit rund 47.000 Euro zu Buche.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de