06.06.25
In der letzten Woche hat die HEAG mobilo Anwohnern sowie weiteren Interessierten die Ergebnisse eines unabhängigen Gutachtens zu Schwingungen durch den Betrieb der neuen Straßenbahnen des Typs TINA vorgestellt. Rund 130 Menschen folgten im Justus-Liebig-Haus den Ausführungen von Gutachter Udo Lenz des Ingenieurbüro FCP IBU. Im Anschluss präsentierte der Fahrzeughersteller Stadler mögliche Maßnahmen zur Reduktion der Erschütterungen.
„Die Erschütterungen sind etwas, das viele Anwohner unserer Straßenbahnstrecken stark belastet“, sagte HEAG mobilo-Geschäftsführer Johannes Gregor und führte aus: „Wir nehmen das sehr ernst, gleichzeitig handelt es sich hier um ein komplexes Problem. Bereits im vergangenen Herbst haben wir uns dazu ausführlich mit den Betroffenen ausgetauscht. Mit den Ergebnissen der Messungen und dem daraus resultierenden Gutachten sind wir jetzt einen Schritt weiter.“
An zehn verschiedenen, repräsentativen Punkten hatte das unabhängige Gutachterbüro FCP IBU zu Beginn des Jahres Messungen durchgeführt, um die Stärke der Erschütterungen zu ermitteln. Das Ergebnis: „An der Mehrzahl der Messorte haben die Erschütterungen um mehr als 25 Prozent zugenommen“, erläuterte Lenz den Anwesenden und ergänzte: „Es ist festzustellen, dass die neuen Fahrzeuge im Vergleich zu den Altfahrzeugen tendenziell höhere Erschütterungsimmissionen in den zu den Gleisanlagen benachbarten Gebäuden erzeugen.“
„Unsere Erwartung ist klar“, unterstrich HEAG mobilo-Geschäftsführer Johannes Gregor, „Die TINA muss zu unserem bestehenden Schienennetz und den technischen Gegebenheiten des Nahverkehrs in Darmstadt passen. Deswegen muss die Lösung auf Fahrzeugebene gefunden werden.“ Johannes Gregor ging im Laufe des Abends auch auf den Wunsch nach betrieblichen Einschränkungen ein: „Sowohl der Einsatz älterer Bahnen in den Nachtstunden als auch eine grundsätzliche Temporeduzierung ist betrieblich nicht umsetzbar. Straßenbahnen sind den ganzen Tag im Einsatz und können nicht einfach ausgetauscht werden. Wir werden jedoch Bahnen, die nach einem Umbau weniger Erschütterungen erzeugen, vornehmlich einsetzen.“
Ein Tempolimit hingegen, so Johannes Gregor, würde den Fahrplan massiv beeinflussen und es sei laut gutachterlicher Einschätzung nicht sichergestellt, dass eine Reduzierung mit Blick auf das Gesamtnetz zu einer relevanten Verbesserung der Erschütterungen führen würde.
Stadler hat bereits im April 2025 verschiedene Modifikationen am Fahrwerk getestet, um die Vibrationen zu reduzieren. Diese werden nun weiterentwickelt und in die Serienfahrzeuge integriert. Stadler geht davon aus, dass mit den eingeleiteten Maßnahmen die Erschütterungen bis Ende des Jahres maßgeblich gesenkt werden können. „Unser Ziel ist es, dass das derzeit modernste Niederflurtram auch in Darmstadt ruhig läuft“, sagte Ansgar Brockmeyer, Executive Vice President Sales und Marketing der Stadler Group.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de