12.06.25
Die Kölner Verkehrsbetriebe AG (KVB) plant die Anstrengungen für mehr Sicherheit und Sauberkeit in den U-Bahnstationen auf Kölner Stadtgebiet deutlich auszuweiten. Erreicht werden soll dies durch gezielte Maßnahmen sowie eine Neuorganisation des Bereichs Fahrgastsicherheit und -service bei der KVB. „Die Situation von obdachlosen und suchtkranken Menschen und der Umgang mit ihnen ist in allen Facetten seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema für uns“, so KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks.
Haaks: „Die Probleme sind nicht neu, aber sie sind drängender geworden: Immer mehr Menschen übernachten in den U-Bahnstationen, konsumieren Drogen und hinterlassen ihren Unrat. Zum Teil werden Fahrgäste und auch unsere Mitarbeitenden aggressiv angegangen, und Eltern haben inzwischen Angst um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg.“
Die KVB setzt in den U-Bahn-Haltestellen ihr Hausrecht durch, z.B. durch ein Verbot des Lagerns. Im Jahr 2024 wurden 929 Hausverbote ausgesprochen, 212 Strafanträge wegen Hausfriedensbruchs gestellt, außerdem 319 Strafanträge wegen Sachbeschädigung. Seit Anfang 2024 werden die U-Bahn-Haltestellen Neumarkt und Ebertplatz rund um die Uhr bestreift. So wurden im vorigen Jahr beispielsweise am Neumarkt fast 41.600 Verweise im Zusammenhang mit dem Betäubungsmittelverbot und fast 14.000 Verweise im Zusammenhang mit unerlaubten Lagerns in der Haltestelle ausgesprochen.
Im März 2025 haben die gemeinsamen Bestreifungen mit Polizei und Ordnungsamt schwerpunktmäßig an den Haltestellen Neumarkt, Appellhofplatz, Friesenplatz, Ebertplatz sowie im Dom-Umfeld begonnen. Die ersten Erfahrungen sind positiv, eine abschließende Evaluierung steht aber noch aus.
Seit Herbst 2021 sind am Neumarkt zwei „Kümmerer“ der KVB im Einsatz, die in Kooperation mit zwei Mitarbeitenden der städtischen Dienststelle „Zentrum für Kriminalprävention und Sicherheit“ Ansprechpartner für die vielfältigen Probleme der Menschen dort sind: für die Aufnahme von Beschwerden, schnelle Hilfe in Notsituationen, Ausübung des Hausrechts, Austausch mit Sozialarbeitern u.a. Die Erfahrungen sind positiv, da entsprechendes Klientel regelmäßig angesprochen wird und Hilfen vermittelt werden können. Bereits seit vielen Jahren klären KVB-Mitarbeiter obdachlose Menschen über Hilfsangebote auf, geben Informationen und Ansprechpartner weiter.
Schon heute werden die Haltestellen nach einem festgelegten Turnus gereinigt. Diese Reinigungsintervalle sollen zumindest an ausgewählten Haltestellen in Zukunft verkürzt werden. In Haltestellenbereichen, die durch Fäkalien und Urin in besonderer Weise verunreinigt sind, werden Sonderreinigungen durchgeführt – und zwar mit speziellen Reinigungsmitteln. Diese enthalten Mikroorganismen, die die Harnsäure-Salz-Kristalle zersetzen und den Uringeruch bzw. die Flecken beseitigen. In 61 durch die KVB betriebenen Aufzügen soll dieses Reinigungsmittel regelmäßig zum Einsatz kommen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de