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Akkuzüge in Rheinland-Pfalz

13.06.25

Mit der Unterzeichnung eines umfassenden Realisierungs- und Finanzierungsvertrages mit der Deutschen Bahn letzte Woche in Landau in der Pfalz, stellen das Land Rheinland-Pfalz und der Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd die Weichen für den Einsatz klimafreundlicher Züge in der Süd- und Westpfalz. Ab dem kommenden Frühjahr werden Zug um Zug neue Akkutriebwagen die bislang eingesetzten, mit Dieselmotoren betriebenen Fahrzeuge ersetzen und so pro Jahr rund sechs Millionen Dieselkraftstoff einsparen.

Damit die elektrischen Fahrzeuge auf allen dafür vorgesehenen Strecken auch ohne Vollelektrifizierung fahren können, sind sogenannte Oberleitungsinselanlagen notwendig. Sie dienen der Zwischenladung der Fahrzeugbatterien und werden in den Bahnhöfen Landau, Winden/Pfalz, Pirmasens Nord, Lauterecken und Kusel errichtet. Wegen der besonderen Gegebenheiten an der Steilstrecke von Pirmasens Nord nach Pirmasens Hbf – der Höhenunterschied beträgt rund 120 Meter, die auf knapp sieben Kilometer zu bewältigen sind – wird der Streckenabschnitt zwischen dem Bahnhof Pirmasens Nord und dem Fehrbacher Tunnel (ca. 3,5 km) zusätzlich elektrifiziert.

Außerdem werden in Kaiserslautern Hbf. das Gleis 39, auf dem planmäßig die Lautertalbahn startet sowie in Zweibrücken Hbf. das Gleis 3 elektrifiziert. Dies erfolgt in Ergänzung zur Elektrifizierung der Gleise 1 und 2 im Rahmen der Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg – Zweibrücken. Die aktuelle Kostenprognose für das gesamte Infrastrukturpaket liegt bei knapp 150 Millionen Euro. Die Förderung aus dem Bundesprogramm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) ist beantragt.

Darüber hinaus übernimmt das Land Rheinland-Pfalz die Kosten, die nicht durch den Bund gefördert werden. Der Zweckverband verpflichtet sich im Rahmen dieses Realisierungs- und Finanzierungsvertrages, auf den betreffenden Strecken über zwanzig Jahre elektrische Fahrzeuge einzusetzen. Die Betriebskosten für den elektrischen Zugbetrieb zahlt der Zweckverband ÖPNV über das Bestellerentgelt an die DB Regio, die nach der europaweiten Ausschreibung der Betriebsleistungen den Zuschlag für die Durchführung des Zugverkehrs durch den Zweckverband erhalten hat.

Im Rahmen des über 15 Jahre abgeschlossen Verkehrsvertrages ist außerdem vereinbart, dass ausschließlich Ökostrom verwendet wird. Damit wird der Zugbetrieb im Pfalznetz zu hundert Prozent emissionsfrei betrieben werden.

Vorgesehen ist ebenfalls die Elektrifizierung der Teilstrecke Zweibrücken Hbf – Homburg-Einöd. Diese ist Bestandteil des Projektes „Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg – Zweibrücken“ und wird bis Dezember 2028 realisiert. Der Bau der Elektrifizierungen bzw. Oberleitungsinselanlagen wird in mehreren Schritten erfolgen, so dass sukzessive bis Ende 2029 die Regionalzüge in der Südpfalz sowie auf den meisten Strecken in der Westpfalz mit den neuen Akkuzügen bedient werden können.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de