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NRW: Stabile Sicherheitslage

16.06.25

Das beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) angesiedelte Kompetenzcenter Sicherheit NRW (KCS) hat letzte Woche seinen aktuellen Bericht für das Jahr 2024 vorgelegt. Demnach hat sich die Sicherheitslage stabilisiert. Steigerungen sind größtenteils auf eine verbesserte Datenerfassung zurückzuführen. Bedenklich ist jedoch die gestiegene Zahl der Vorfälle gegenüber Beschäftigten der Verkehrsunternehmen.

„Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist das Ergebnis engagierter Arbeit, intensiver Zusammenarbeit und kluger Investitionen“, erläuterte Oliver Wittke, Vorstandssprecher des VRR. „Dieser fünfte Sicherheitsbericht zeigt: Die objektive Lage bleibt insgesamt stabil, auch wenn technische Verbesserungen in der Erfassung zu einem scheinbaren Anstieg führen.“

Deutlich erkennbar ist jedoch die Zunahme von Respektlosigkeit gegenüber Mitarbeitern in den Zügen. Wittke: „Dies ist ein strukturelles Problem, was sich auch gesamtgesellschaftlich beobachten lässt. Umso wichtiger ist es, gerade auch Sicherheitspersonal in Deeskalation zu schulen. Prävention ist das Ziel. Unterwegs sollen sich schließlich alle sicher und wohl fühlen.“

Der Sicherheitsbericht dokumentiert alle sicherheitsrelevanten Vorfälle in Zügen und an Bahnhöfen. Er wird seit 2020 jährlich in Zusammenarbeit der Verkehrsverbünde und dem Landesverkehrsministerium erstellt. Für das Jahr 2024 hat die nordrhein-westfälische Sicherheitsdatenbank insgesamt 42.986 Vorfälle registriert. Dies ist ein Anstieg von rund 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zu berücksichtigen ist, dass durch eine verbesserte Schnittstelle zur Deutschen Bahn und vereinfachte Erfassungsmethoden die Datenerfassung im Jahr 2024 optimiert wurde, was zu einer höheren Erfassungsrate, insbesondere an Stationen, führt – und einer gesunkenen Dunkelziffer. Der Großteil (76,1 Prozent der Gesamtvorfälle) entfällt auf Straftaten, worunter auch das Erschleichen von Leistungen bzw. Fahren ohne gültigen Fahrschein (45,7 Prozent der Straftaten) und Beleidigungen (20,4 Prozent der Straftaten) fallen. In 4.617 Fällen (rund 14,1 Prozent) wurden Sachbeschädigungen verzeichnet, ein Rückgang um 754 Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr.

„Unser Ziel bleibt unverändert: Sichtbare Sicherheit, spürbare Prävention und verlässliche Strukturen für den Nahverkehr. Das schaffen wir nur gemeinsam mit Verkehrsunternehmen, Polizei, Politik und einer aufmerksamen Gesellschaft. Und diese Gemeinschaftsaufgabe packen wir gemeinsam an“, so Oliver Wittke weiter

Die vorhandenen Sicherheitsteams schaffen Vertrauen durch sichtbare Präsenz und schnelle Reaktionen. Sie werden unternehmensübergreifend eingesetzt. Auf etwa hundert kleinen und mittleren Bahnhöfen hat man die Videoüberwachungsanlagen entweder erstmals installiert oder erneuert. Das hilft bei der Aufklärung, aber auch der Verhinderung von Straftaten. Dazu kommen mehr als tausend Trainings mit über 17.000 Teilnehmern der muTiger-Stiftung.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de