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AVV: Regiotram-Pläne gehen weiter

25.06.25

Die Vorplanung der Regiotram von Aachen nach Baesweiler beginnt. Die drei Unternehmen Obermeyer Infrastruktur GmbH und Co. KG, Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und Bernard Gruppe ZT GmbH haben den Zuschlag für die Grundlagenermittlung und Vorplanung der Regiotram erhalten. Die renommierten Planer haben bereits andere Straßenbahnprojekte, wie die Verlängerung der Linie 5 in Köln oder die Straßenbahn-Neubaustrecke Alexanderplatz – Potsdamer Platz in Berlin, erfolgreich entwickelt.

„Eine große Chance für die Städteregion Aachen den Umweltverbund zu stärken, eine umfassende, spannende Aufgabe, der wir uns mit unserer Erfahrung sehr gerne annehmen,“ so Matthias Hermann, Gesamtprojektleitung der Bietergemeinschaft, zum Zuschlag der weiteren Planung. Momentan sind die Straßen zwischen Aachen und dem Norden der Städteregion mit täglich rund 70.000 Pendlerfahrten stark belastet: Staus, Lärm und viele Luftschadstoffe sind die Folge.

Die umweltfreundliche Regiotram könnte einen Großteil der Pendler komfortabel, schnell und verlässlich befördern. Sie ist ein gemeinschaftliches Projekt von Stadt und StädteRegion Aachen mit Würselen, Alsdorf und Baesweiler sowie dem Aachener Verkehrsverbund (AVV), der die Projektleitung für die Grundlagenermittlung und Vorplanung übernimmt.

„Wir freuen uns, dass die Vergabe der Vorplanung nun abgeschlossen ist. Mit diesen drei erfahrenen Planungsbüros gehen wir den nächsten Schritt Richtung Realisierung der Regiotram“, freut sich Hans-Peter Geulen, Geschäftsführer des AVV.

In einer Machbarkeitsstudie wurde die Regiotram bereits als technisch und betrieblich machbar sowie wirtschaftlich sinnvoll bewertet. Der Streckenverlauf von Aachen über Würselen, das Alsdorfer Zentrum bis nach Baesweiler hat sich als Favorit herausgestellt. Bei dieser Variante werden Busverkehr, die euregiobahn und die Regiotram am Bahnhof Alsdorf-Annapark optimal verknüpft. Für diesen Streckenverlauf erfolgt jetzt die Vorplanung zu verkehrsplanerischen Aspekten, Straßen- und Schienenanlagen, erforderlichen neuen Bauwerken und der Betriebstechnik.

Dabei wird zunächst untersucht, ob – und wo genau – es oberleitungsfreie Abschnitte geben wird. Danach erfolgt die detaillierte Prüfung und Planung der rund 20 Kilometer langen Trasse, wobei kritische und technisch schwierige Punkte wie der Annapark in Alsdorf und die Aachener Innenstadt zuerst unter die Lupe genommen werden. Im nächsten Schritt wird die Planung der Ingenieurbauwerke wie Brücken vertiefend betrachtet.

Der Planungsprozess wird durch einen intensiven Dialog mit der Öffentlichkeit begleitet. Erste Ergebnisse der Vorplanung werden auf einem Infomarkt am 2. Dezember 2025 präsentiert und diskutiert. Ab dem nächsten Jahr wird es Planungswerkstätten geben, bei denen sich Bürger beteiligen können. Die Planungskosten werden durch die öffentliche Hand gefördert: Siebzig Prozent der Kosten trägt der Bund, zwanzig Prozent das Land NRW.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de