26.06.25
Die Erneuerung der Berliner U-Bahnflotte geht weiter voran. Aktuell finden Testfahrten mit neuen Triebzügen für die Linien U5 und U9 statt und es gibt zehn eigens dafür gelieferte Vorserienfahrzeuge, die auch tagsüber zwischen den Regelzügen im Einsatz sind. In der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde ist jetzt erstmals ein durchgängiger Sechs-Wagen-Zug des neuen Typs J stationiert. Statt der Sitze im neuen BVG-Muster ist im Fahrzeug viel offene Technik zu sehen.
Aktuell geht es bei den Tests um das Bremsverhalten der neuen Züge. Der J-Zug ist dafür erstmals als Sechs-Wagen-Zug eingesetzt. Geprüft wird dabei auch, wie die einzelnen Komponenten des rund hundert Meter langen Fahrzeugs miteinander kommunizieren. Insgesamt umfasst das Testprogramm bis zur Zulassung und dem Start des Fahrgastbetriebs alle betriebswichtigen und sicherheitsrelevanten Funktionen der neuen Züge, aber auch Umweltaspekte.
Zuletzt waren beispielsweise Geräuschprüfungen auf dem Programm. Sorgfalt ist bei allen Tests oberstes Gebot, denn schließlich soll die neue U-Bahn-Generation für die nächsten Jahrzehnte nicht nur das Bild der U-Bahn prägen, sondern vor allem für eine hohe Zuverlässigkeit sorgen.
„Die bisherigen Ergebnisse der Tests stimmen uns sehr optimistisch“, sagt der BVG-Vorstandsvorsitzende Henrik Falk. „Die neuen Züge sind ein wichtiger Baustein für mehr Stabilität im System. Wichtig ist aber nicht nur, dass die Technik funktioniert. Die Züge sollen auch dazu beitragen, dass sich die Menschen in der U-Bahn wohlfühlen – mit modernem Design, Raumgefühl und Komfort. Unsere Kollegen freuen sich schon jetzt über die Modernisierung der Flotte. Unsere Fahrgäste können bald auch erleben, wie die Zukunft der U-Bahn in Berlin sich anfühlt.“
Neben dem neuen, sehr großzügigen Raumgefühl, das die Züge schon auf den ersten Blick bieten, warten auf die Fahrgäste einige weitere Neuerungen. Dazu zählen beispielsweise neu entwickelte und leistungsfähige Fahrgastinformationssysteme, ein neues Lichtkonzept, großzügige Türbereiche und insgesamt viel Platz für alle Reisenden, ob zu Fuß oder im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder ganz ohne Gepäck. Die Barrierefreiheit wurde noch einmal verbessert, und auch für die BVG-Fahrer gibt es neue Bedienelemente und einen angenehmeren Arbeitsplatz. Die breiteren Fahrzeuge der Baureihe J werden voraussichtlich im Sommer 2026 erstmals in den Fahrgasteinsatz gehen.
Anfang 2026 beginnen die Schulungen, in denen sich Fahrer, Werkstattkräfte und Bahnhofsmanager mit den neuen Zügen vertraut machen. Bei der schmaleren Baureihe JK (das K steht für Kleinprofil, also die Linien U1 bis U4) ist der Prozess schon weiter. Die Schulungen der Mitarbeiter laufen auf Hochtouren. Wie versprochen wird der Fahrgastbetrieb nach den Sommerferien starten. Parallel beginnt dann bereits die Serienlieferung. Ziel ist es, in diesem Jahr bis zu 140 neue Wagen der Baureihe JK in den Linieneinsatz zu bringen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de