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Hundert Zukunftsbahnhöfe im laufenden Jahr

30.06.25

Im Jahr 2025 wird es bundesweit hundert weitere Zukunftsbahnhöfe geben. Sie werden umgestaltet und ausreichend modernisiert. Es erfolgt eine Sanierung aus einem Guss und mit klar definierten, einheitlichen Qualitätsstandards. Das betrifft sowohl die betrieblichen Bahnhofsimmobilien als auch das Umfeld in der Zuständigkeit der Kommunen. Zukunftsbahnhöfe bieten besseren Komfort durch mehr Wetterschutz und neue Wartemöbel, eine moderne Reisendeninformation, mehr Barrierefreiheit, bessere Beleuchtung und attraktive Gestaltung sowie moderne Anschlussmobilität. Außerdem spiegeln sie regionale Identität wider. Möglich wird dies durch eine neue gesetzliche Finanzierungsregelung.

„Bei den Zukunftsbahnhöfen haben wir ganz neue Spielräume. Jetzt, da auch die Bahnhofsgebäude in der Förderung berücksichtigt sind, können wir Verkehrsstation, Empfangsgebäude und Umfeld gemeinsam entwickeln“, erklärt Ralf Thieme, Vorstand Personenbahnhöfe DB InfraGO. Den Nordstern – das neue zukunftsfähige Zielbild für Bahnhöfe – haben DB, Eisenbahnbundesamt und das Verkehrsministerium gemeinsam für Fahrgäste und andere Besucher entwickelt.

Thieme: „Bisher konnten wir durch die kleinteilige Finanzierung, die Station, Gebäude und Umfeld als Einzelelemente betrachtet, nur stückweise modernisieren. Das hieß: Immer wieder Einzelbaustellen und für Kunden der Eindruck, es wird nie fertig. Das ist jetzt anders. Zukunftsbahnhöfe heißt: Weg vom Stückwerk, hin zur Serienfertigung mit gleichbleibendem Qualitätsniveau für attraktive Stationen.“

Hintergrund ist das 2024 novellierte Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSWAG). Danach sind Bahnhofsgebäude der DB nun wieder Bestandteil der neuen Finanzierungslogik. Darum geht bei der Sanierung und Modernisierung die DB InfraGO neue Wege. Zukunftsbahnhöfe werden aus einem Guss – also Verkehrsstation, Gebäude und Umfeld – geplant und modernisiert. Dazu bindet die DB Städte und Gemeinden eng ein.

Carmen Schwabl, Mitglied des Sektorbeirats und Sprecherin der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG): „Zukunftsbahnhöfe zeigen, was möglich ist: moderne, kundenfreundliche Stationen als echte Mobilitätsknoten. Jetzt gilt es, diese Innovationen auch weiter voranzubringen – denn ein attraktiver Bahnverkehr braucht überall attraktive Bahnhöfe. Es ist entscheidend, dass das Bundesunternehmen DB InfraGO hierfür zeitnah mit den erforderlichen Ressourcen ausgestattet wird, damit DB InfraGO konkrete Umsetzungsschritte wie Planungen und Bauvergaben tätigen kann.“

Eigens dafür hat die DB AG im Jahr 2024 die Kompetenzstelle Bahnhofsvorplatz und Anschlussmobilität gegründet. Städte und Gemeinden, denen die Vorplätze zumeist gehören, bekommen hier Beratung für Umsetzung und Finanzierung, um gemeinsam für ein attraktives Bahnhofsumfeld sorgen zu können – sie bleiben aber selbst in der Verantwortung, d.h. es müssen vor Ort Regelungen für die Vorplätze, die Busbahnhöfe und vieles mehr zu finden. Was es nicht gibt sind Regelungen zur Vertaktung zwischen Schienen- und Busverkehr. Hier können die kommunalen Verkehrsbetriebe weiterhin Fahrpläne basteln ohne Rücksicht auf die Eisenbahnfahrpläne.

Insgesamt packt die DB AG 2025 die Modernisierung von rund 950 ihrer 5.400 Bahnhöfe in ganz Deutschland an. Auch bei diesen Modernisierungsprojekten setzt die DB AG die definierten, hohen Qualitätsstandards um, die für die Zukunftsbahnhöfe entwickelt worden sind. Damit setzt die DB das hohe Modernisierungstempo fort, mit dem es 2024 erstmals gelungen ist, den Alterungsprozess der Infrastruktur zu stoppen.

Grundsätzlich soll es auch in den nächsten Jahren weitergehen, unter der Voraussetzung dass es genügend Finanzmittel gibt. Aber diese müssen auch real konstant bleiben, insbesondere im Hinblick auf steigende Baupreise und mögliche Mängel bei Baustoffen und Baumaschinen. Bislang aber war das Projekt messbar erfolgreich: Die Zustandsnote für die Bahnhöfe hat sich leicht von 3,09 auf 3,03 verbessert.

Diesen Trend will die DB verstetigen und den Sanierungskurs konsequent weitergehen. 113 Stationen hat die DB InfraGO bereits 2024 zu Zukunftsbahnhöfen gemacht. In diesem Jahr tragen schon drei Dutzend Stationen das Label Zukunftsbahnhof. An weiteren Stationen wird im Laufe des Jahres gebaut – darunter an zahlreichen Bahnhöfen auf der Strecke von Hamburg nach Berlin im Zuge der Generalsanierung ab August 2025.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de