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MoBiel verzeichnet mehr Fahrgäste

02.07.25

Für den ÖPNV in Bielefeld zeigt sich ein ähnliches Bild wie im gesamten Bundesgebiet: Die Fahrgastzahlen entwickeln sich auch dank des Deutschland-Tickets positiv, gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage herausfordernd. Dennoch verzeichnet das Verkehrsunternehmen moBiel eine insgesamt positive Entwicklung. „Besonders erfreulich ist die Nachricht, dass das Deutschlandticket auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt – und damit endlich die erforderliche Planungssicherheit für Verkehrsunternehmen, aber auch für die Fahrgäste geschaffen wurde. Die Finanzierung durch Bund und Land in ausreichender Höhe muss allerdings kurzfristig geregelt werden“, sagt moBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann.

Während viele Städte mit Angebotskürzungen und strukturellen Problemen zu kämpfen haben, setzt moBiel weiterhin auf Wachstum. Gleichzeitig unterstützt die Stadt Bielefeld als Auftragsgeberin maßgeblich die Ausweitung des Angebots. „Entgegen vielen anderen Großstädten verbessern wir in Bielefeld unser Angebot und konnten im vergangenen Jahr Herausforderungen wie dem Personalmangel beim Fahrdienst erfolgreich begegnen“, sagt Uekmann.

Mit dem Ausbau des Innovationsparks Sektorenkopplung (IPS) – inklusive Wasserstofftankstelle, Photovoltaikanlage und moderner Ladeinfrastruktur – wurden wichtige Zukunftsprojekte umgesetzt und werden mit der neuen Bushalle erweitert. „Die Infrastrukturentwicklung hat spürbar Fahrt aufgenommen – insbesondere im Bereich der emissionsfreien Busse. Durch die frühzeitig und langfristig ausgelegte Entwicklung des Innovationsparks der Stadtwerke-Gruppe konnte moBiel Fördermittel für neue Brennstoffzellenbusse in Höhe von 8,7 Millionen Euro gezielt nutzen“, sagt Arne Petersen, der seit dem 1. März 2024 neben Martin Uekmann moBiel-Geschäftsführer ist.

Petersen verantwortet die Bereiche Betrieb, Fahrzeuge und Infrastruktur. Das Geschäftsjahr 2024 schließt moBiel mit einem Verlust in Höhe von 44 Millionen Euro exklusive der Betriebskostenzuschüsse und vor Ergebnisabführungsvertrag (2023: 36 Millionen Euro) ab. Damit fällt das Minus 3,7 Millionen Euro geringer aus als geplant. Die Umsatzerlöse sind auf 54,4 Millionen Euro gegenüber 61,4 Millionen Euro im Vorjahr gesunken.

48,3 Millionen Euro resultieren dabei aus Fahrgeldeinnahmen (2023: 54,4 Millionen Euro). Diese Entwicklung hängt unter anderem mit der Vermarktung der stark rabattierten Tarifangebote des Deutschlandtickets zusammen. Die geringeren Fahrgeldeinnahmen werden durch die Zuschüsse von Bund und Land zum Deutschlandticket kompensiert.

Investiert hat moBiel im vergangenen Jahr 44,6 Millionen Euro (2023: 25,8 Millionen Euro). Der Fokus lag hier wie im Vorjahr auf dem Fahrzeugpark, der Stadtbahninfrastruktur sowie dem Innovationspark Sektorenkopplung. Zudem wurde für 11,8 Millionen Euro eine Wasserstoff-Tankstelle errichtet. Etwa 24 Millionen Euro flossen in die Sanierung der Stadtbahn.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de