09.07.25
Das tschechische Unternehmen Škoda wird zwischen 2028 und 2030 insgesamt 22 neue Straßenbahnen nach Mainz liefern. Heute unterzeichneten die beiden Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG), Jochen Erlhof und Florian Wiesemann, sowie Jan Christoph Harder, Präsident der Region West & Nord der Škoda-Gruppe, die entsprechenden Verträge im Stadtwerke-Verwaltungsgebäude. Mit mehr als hundert Millionen Euro ist die Straßenbahnbestellung die größte Einzelinvestition in der Geschichte der MVG.
Auch für Tschechien – Heimat der Škoda-Gruppe – ist die Kooperation mit Mainz etwas Besonderes: Das zeigte sich unter anderem an der Teilnahme des tschechischen Botschafters Jiří Čistecký bei der Vertragsunterzeichnung. „Ich gratuliere der Stadt Mainz zu ihrer Entscheidung, moderne Straßenbahnfahrzeuge aus Tschechien zu beschaffen. Traditionelle Qualität, vereint mit neuester Technologie, hebt den Fahrkomfort auf ein neues Niveau. Auch dies ist ein konkreter Ausdruck der strategischen Partnerschaft und Freundschaft, die unsere beiden Länder verbindet“, zeigte sich Botschafter Čistecký erfreut.
Anfang Mai hatte der Aufsichtsrat der Mainzer Stadtwerke AG in einer Sondersitzung mit dem Aufsichtsrat der Mainzer Verkehrsgesellschaft der Beschaffung von 22 neuen Straßenbahnen durch die MVG zugestimmt. „Als nachhaltig agierendes kommunales Unternehmen sind wir in der Energie- und Wärmewende aktiv und dazu zählt natürlich auch die Verkehrswende“, verdeutlichte der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr. Diese sei aber ohne einen gut ausgebauten ÖPNV nicht möglich. Gahr: „Straßenbahnen sind dabei gegenüber Bussen eindeutig im Vorteil, weil sie komfortabel, schnell, umweltfreundlich und leistungsfähig sind.“
Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Neubeschaffung von 22 Straßenbahnen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro auch für ein finanzstarkes Unternehmen wie die Mainzer Stadtwerke AG ein finanzieller Kraftakt ist. Gahr: „Daher sind wir sehr dankbar, dass die Stadt und das Land Rheinland-Pfalz uns hierbei finanziell unterstützen.“ Die neuen Fahrzeuge werden 22 der heutigen Straßenbahnen ersetzen, die derzeit noch für die MVG im Einsatz sind: Sechs Hochflurfahrzeuge (M8C von DÜWAG) Baujahr 1984, die mehr als vierzig Jahre alt sind und 16 Niederflur-Straßenbahnen des Typs GT6M-ZR von ADtranz aus dem Jahr 1996.
Für die Mainzer Verkehrsgesellschaft bringt die Bestellung der neuen Fahrzeuge eine ganze Reihe von Vorteilen, verdeutlichen die beiden MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof und Florian Wiesemann. „Die neuen Bahnen gewährleisten mittel- und langfristig einen zuverlässigen Straßenbahnbetrieb in Mainz. Mit den bisher eingesetzten Fahrzeugen wäre das auf Dauer nicht mehr möglich gewesen.“ Gleichzeitig helfen die Škoda-Fahrzeuge mit ihrer Länge von mehr als 43 Metern und der größeren Fahrgastkapazität die steigende Nachfrage zu bewältigen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de