09.07.25
In der letzte Woche war der offizielle Baustart für die Nordmainsche S-Bahn, einem der wichtigsten Infrastrukturprojekte im Großraum Frankfurt/Rhein-Main. Damit startet eine Infrastrukturmaßnahme, die für die Region ebenso wie für das Land Hessen und das bundesweite Eisenbahnnetz gleichermaßen von hoher Bedeutung ist. Ab dem Sommer setzt die Deutsche Bahn die Bauarbeiten in den Abschnitten Frankfurt und Maintal um. Für den dritten Bauabschnitt Hanau liegt derzeit noch kein Baurecht vor. Der Planfeststellungsbeschluss wird Ende 2025 bzw. Anfang 2026 erwartet.
RMV-Geschäftsführer Knut Ringat: „Die Nordmainische S-Bahn-Strecke bringt für RMV-Fahrgäste viele Vorteile. Sie macht die S-Bahn zukünftig deutlich pünktlicher und attraktiver. So wird die S5 in der Hauptverkehrszeit in Zukunft im 15-Minuten-Takt nordmainisch nicht nur nach Sachsenhausen, sondern bis nach Hanau fahren. Natürlich bedeuten Bauarbeiten auch erstmal Einschränkungen. Wir bitten unsere Fahrgäste daher um Verständnis – langfristig wird der ÖPNV durch neue Bahnstrecken besser und zuverlässiger.“
Das Gesamtvorhaben Nordmainische S-Bahn umfasst den Bau von zwei neuen Gleisen auf einer Länge von 19 Kilometern. Diese verbinden künftig ergänzend zur Bestandsstrecke nördlich des Mains die Städte Frankfurt, Maintal und Hanau. Der Abschnitt Frankfurt beinhaltet auch den Bau eines Tunnels mit zwei Röhren sowie einer neuen, unterirdischen S-Bahn-Station im Frankfurter Ostend. Im Stadtteil Fechenheim entsteht eine neue S-Bahn-Station, die den derzeitigen Bahnhof Mainkur ersetzt. Außerdem werden die Stationen Maintal Ost und Maintal West sowie weitere Bahnhöfe entlang der Strecke modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Für die Anwohner erweitert die DB den Lärmschutz, sodass es gegenüber heute deutlich leiser wird.
Bahnchef Richard Lutz: „Mit der Nordmainischen S-Bahn schaffen wir ein besseres Angebot für die Menschen in der Region und tragen durch zwei zusätzliche Gleise maßgeblich zur Auflösung eines der größten Engpässe im deutschen Schienenverkehr bei. Das erhöht die Leistungsfähigkeit des regionalen und bundesweiten Bahnverkehrs. Der Ausbau markiert einen Meilenstein für den Deutschlandtakt und die kontinuierliche Aufwertung des Knotens Frankfurt.“
Bereits mit Bau der zusätzlichen 14 Kilometer langen S-Bahn-Gleise in den Abschnitten Frankfurt und Maintal wird für die Fahrgäste eine neue umsteigefreie Verbindung in die Frankfurter Innenstadt realisiert. Gleichzeitig wird ein Viertel-Stunden-Takt der S-Bahn bis Fechenheim sowie ein Halbstundentakt bis Maintal und ein Stundentakt bis Hanau möglich. Nach Fertigstellung aller drei Abschnitte wird die Nordmainische S-Bahn auf 19 Kilometer Streckenlänge Hanau, Maintal und Frankfurt in den Hauptverkehrszeiten im Viertelstundentakt verbinden. Mit der Fertigstellung ist die vollständige Entflechtung von Nah- und Fernverkehr vorgesehen, was zu einer erheblichen Steigerung der Betriebsstabilität sorgen wird.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de