11.07.25
Die Berliner Verkehrsbetriebe AöR starten ein wegweisendes Infrastrukturprogramm für die Zukunft der Bundeshauptstadt. Es soll die Grundlage für die Mobilität der kommenden Jahrzehnte legen. Gemäß des bereits im vergangenen Jahr vollzogenen Kurswechsels „Stabilität vor Wachstum“, nimmt die BVG AöR massive Investitionen in vier zentrale Säulen vor: Betriebshöfe, Werkstätten, Betriebsanlagen und neue Technologien. Das Programm soll die infrastrukturellen Versäumnisse der vergangenen Dekade ausgleichen und innerhalb der kommenden fünf Jahre vollständig umgesetzt sein.
Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG AöR: „Ein solides Fundament ist keine Option, sondern die Grundvoraussetzung für ein verlässliches System. Mit unserem Infrastrukturprogramm setzen wir klare Prioritäten und holen in Rekordzeit nach, was zu lange aufgeschoben wurde. Damit sichern wir einen stabilen Nahverkehr in Berlin für Generationen.”
Ein zentraler Bestandteil des Infrastrukturprogramms ist der Bau neuer Betriebshöfe. Jahrzehntelang wurde in diesem Bereich kaum investiert – der jüngste Busbetriebshof stammt aus den 1960er-Jahren. Nun entstehen ein neuer Straßenbahnbetriebshof in Adlershof sowie drei neue E-Bus-Betriebshöfe in der Köpenicker Landstraße, der Rummelsburger Landstraße und der Säntisstraße. Diese neuen Höfe bieten nicht nur dringend benötigte Abstell- und Wartungskapazitäten (550 Fahrzeuge bei den Bushöfen, sechzig Züge beim Straßenbahnbetriebshof), sondern ermöglichen auch den flächendeckenden Einsatz moderner, umweltfreundlicher Fahrzeuge wie Elektrobusse und die neue Straßenbahngeneration Urbanliner.
Damit schafft die BVG die notwendige Infrastruktur für eine leistungsfähige und flexible Flotte in allen Teilen Berlins. Auch die Werkstätten der BVG AöR werden umfassend modernisiert. Die neuen U-Bahnzüge der Generation J und JK benötigen nicht nur mehr Platz, sondern auch angepasste Wartungskonzepte. Gleich an mehreren Standorten – darunter Grunewald (Machandelweg), Friedrichsfelde und Britz-Süd – wird in den Ausbau der Werkstattkapazitäten und die Modernisierung der technischen Ausstattung investiert.
So wird die Grundlage für eine zukunftsfähige Instandhaltung gelegt und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Gesamtnetzes gesichert. Der Ausbau erfolgt schrittweise bis Ende der 2020er-Jahre. Neben Höfen und Werkstätten spielen auch neue Betriebsanlagen eine zentrale Rolle für einen stabilen Betrieb. Diese Anlagen sind für Fahrgäste meist unsichtbar, aber elementar für den täglichen Ablauf. So entstehen unter anderem neue Abstellanlagen für U-Bahnzüge im Bereich der südlichen U3 sowie ein Ersatzneubau des sogenannten Waisentunnels, der als einzige Verbindung zwischen der U5 und dem restlichen U-Bahnnetz eine wichtige strategische Funktion erfüllt. Diese Maßnahmen stärken die betriebliche Flexibilität und ermöglichen eine gleichmäßigere Auslastung der Werkstätten.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de