11.07.25
Die HEAG mobilo arbeitet weiter daran, die Belastungen der im Zusammenhang mit dem neuen Fahrzeugmodell TINA nachgewiesenen Erschütterungen zu verringern. Im Rahmen der Dialogveranstaltung zur Vorstellung des Erschütterungsgutachtens am 27. Mai hatte das Unternehmen Betroffenen zugesagt, betriebliche Maßnahmen für eine Zwischenlösung zu prüfen. Diese Maßnahmen sollen übergangsweise zur Verbesserung der Situation beitragen, bis die vom Hersteller Stadler zugesicherten technischen Nachbesserungen an den TINA-Fahrzeugen erfolgreich umgesetzt sind.
HEAG mobilo hat in den vergangenen Wochen verschiedene betriebliche Maßnahmen geprüft, um die Belastung für die Anwohner in der Übergangsphase zu verringern. Zu den überprüften Maßnahmen gehören eine nächtliche Temporeduktion auf besonders von Erschütterungen betroffenen Streckenabschnitten, eine Vermeidung von Nachtfahrten der TINA-Fahrzeuge und die Einrichtung eines digitalen Störungsmelders zur strukturierten Erfassung von Auffälligkeiten durch Anwohner – Vorschläge, die im bisherigen Prozess auch aus Teilen der Anwohnerschaft eingebracht wurden. Des Weiteren wurden in den vergangenen Wochen auch weiterhin mehrere Stellen im Gleisnetz überprüft, an denen Anwohner Auffälligkeiten gemeldet hatten.
„Wir prüfen intensiv verschiedene betriebliche Maßnahmen zur Verbesserung. Zugleich tragen wir Verantwortung dafür, auch die Bedürfnisse unserer Fahrgäste, der Stadt und des Landkreises sowie anderer Verkehrsteilnehmer mitzudenken. Dazu gehört auch die Gesetzes- und Verordnungslage. Unser Ziel sind ausgewogene und tragfähige Maßnahmen. In diesem Sinne stehen wir weiterhin im regelmäßigen Austausch mit der Bürgerinitiative sowie weiteren engagierten Bürgerinnen und Bürgern“, erklärt Johannes Gregor, Geschäftsführer der HEAG mobilo.
Eine Analyse und erste Tests haben ergeben, dass eine nächtliche Temporeduktion von 40 auf 30 km/h zwischen 22 Uhr und 6 Uhr im Stadtteil Arheilgen – zwischen den Haltestellen „Am Fiedlersee“ und „Dreieichweg“ – mit verhältnismäßig geringen negativen Nebeneffekten umsetzbar wäre. HEAG mobilo plant daher in diesem Abschnitt einen zeitlich begrenzten Test nach den Sommerferien – auch wenn nicht absehbar ist, inwiefern eine Geschwindigkeitsreduktion um 10 km/h eine spürbare Entlastung für die Betroffenen bringt.
Um neben den subjektiven Eindrücken der Anwohner auch objektive Messdaten zu erheben, prüft HEAG mobilo derzeit Möglichkeiten, diese Tests durch Messungen der Erschütterungsimmissionen begleiten zu lassen. Eine Temporeduktion auf weiteren Streckenabschnitten ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht möglich: Denn die Folge wäre, dass Vorgaben der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg bezüglich des Fahrplans der Straßenbahnen nicht mehr eingehalten werden können, zumal zusätzliches Fahrpersonal nicht zur Verfügung steht.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de