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NRW und DB AG intensivieren Zusammenarbeit

21.07.25

Das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Bahn AG haben in der letzten Woche eine umfassende Kooperationsvereinbarung unterzeichnen. Sie wollen gemeinsam für eine bessere Schiene zusammenarbeiten – im Fern-, Regional- und Güterverkehr. Rund 5.000 Kilometer Eisenbahnnetz verläuft zwischen Rhein und Weser, pro Jahr gibt es rund 215 Millionen Fahrgastfahrten nur auf der Schiene. Eine gut ausgebaute Bahninfrastruktur ist deshalb entscheidend, um den Lebens- und Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen zu stärken und Fahrgästen wie Industrie ein zuverlässiges Angebot machen zu können.

Um langfristig einen starken Personen- und Schienengüterverkehr in Nordrhein-Westfalen zu sichern, haben letzte Woche Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Landesverkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) und Bahnchef Richard Lutz sowie Berthold Huber, Vorstand für Infrastruktur der DB AG, über die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit ausgetauscht. Die Landesregierung und die Deutsche Bahn planen, für eine nachhaltige Verbesserung der Bahninfrastruktur weiter zu kooperieren und haben eine entsprechende Vereinbarung dazu unterzeichnet.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Die Zukunft von Nordrhein-Westfalens Mobilität entscheidet sich auch auf der Schiene. Die Menschen in unserem Land dürfen zurecht auf einen pünktlichen und zuverlässigen Nah- und Fernverkehr pochen. Auch unsere Wirtschaft muss sich auf einen störungsfreien Güterverkehr verlassen können. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn arbeitet die Landesregierung deshalb an der weiteren Modernisierung und Verbesserung des Schienennetzes. Wir brauchen sichere, moderne Bahnhöfe und ein zuverlässiges Angebot – sowohl im Hinblick auf die Mobilitätsansprüche der Menschen, als auch mit Blick auf den Klimaschutz. Mit der Kooperationsvereinbarung werden konkrete Maßnahmen vereinbart, mit denen die Deutsche Bahn für spürbare Verbesserungen für alle Bahnkunden in Nordrhein-Westfalen sorgen will.“

Um sowohl den Personen- wie auch den Güterverkehr zuverlässig abwickeln zu können, ist ein Ausbau des Schienennetzes notwendig. Erste Untersuchungen und Studien zeigen auf, dass eine künftige Nachnutzung des RWE-Werksbahnnetzes im rheinischen Revier für öffentlichen Güter- und Personenverkehr – zusammen mit dem geplanten Ausbau der Knoten Köln, Aachen und Mönchengladbach – für eine Entlastung der viel befahrenen Strecken und in den Knoten rund um die ehemaligen Tagebaue führen kann.

Bahnchef Richard Lutz: „Wir haben diese Kooperationsvereinbarung geschlossen, um gemeinsam mit dem Land wichtige Infrastrukturprojekte für einen leistungsstarken Schienengüter- und Personenverkehr in Nordrhein-Westfalen voranzutreiben. Dazu gehören zum Beispiel die anstehenden Korridorsanierungen, der Ausbau von Stationen zu Zukunftsbahnhöfen sowie sämtliche Maßnahmen zur Umsetzung des Deutschlandtakts. Ziel ist, in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit die Schiene an Rhein und Ruhr für Menschen und Wirtschaft attraktiver zu machen.“

Ein weiteres Ziel der Landesregierung ist die Etablierung einer direkten Schienenverbindung zwischen London und Köln. Eine Zugfahrt ohne Umstieg von Nordrhein-Westfalen in die britische Hauptstadt wäre ein attraktives und umweltfreundliches Angebot an alle Fahrgäste. Deshalb macht sich die Landesregierung dafür beim Bund stark und steht zudem im Austausch mit Vertretern der britischen Botschaft und des britischen Verkehrsministeriums, die das Projekt ebenfalls positiv bewerten.

Die DB InfraGo modernisiert Bahnhöfe in ganz Deutschland zu „Zukunftsbahnhöfen“. Sie sollen dadurch wieder zu einem Aushängeschild werden. Außerdem sind die Landesregierung, der Bund, die Deutsche Bahn und die Kommunen miteinander im Austausch, um vor Ort in den konkreten Situationen gemeinsam Lösungen für mehr Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung an den Bahnhöfen und in deren Umgebung zu finden.

Landesverkehrsminister Oliver Krischer: „Die derzeitige Situation im Nah-, Fern- und Güterverkehr auf dem Schienennetz der DB ist nicht zufriedenstellend. Im Ländervergleich ist die Schieneninfrastruktur in besonders schlechtem Zustand. Deshalb muss sie schnell und umfassend saniert und ausgebaut werden. Generalsanierungen dürfen nicht auf Kosten des Ausbaus von Nebenstrecken gehen. Dazu sollen alle Finanzierungsmöglichkeiten des Bundes, insbesondere auch das Sondervermögen, genutzt werden.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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58453 Witten
Quelle: Zughalt.de