22.07.25
Sechs Monate nach dem strategischen Kurswechsel „Stabilität vor Wachstum“ zieht die Berliner Verkehrsbetriebe AöR eine erste Zwischenbilanz: Der neue Kurs wirkt – nicht als Absichtserklärung, sondern auch ganz real im Berliner Nahverkehr. Die Zuverlässigkeit von Bus, Straßenbahn und auch U-Bahn ist gestiegen, wichtige Projekte sind gestartet, erste Verbesserungen bereits spürbar.
Die BVG AöR arbeitet mit Hochdruck daran, kurz- und mittelfristig deutliche Verbesserungen für die Fahrgäste zu erzielen, immer mit einem klaren Ziel vor Augen: Schritt für Schritt zu 99 Prozent Zuverlässigkeit. Dieser Anspruch wird getragen von einem umfassenden Konzept, das auf vier zentrale Handlungsfelder setzt: leistungsfähige Infrastruktur, moderne und verfügbare Fahrzeuge, ein starkes Team BVG und den Fahrgast im Zentrum aller Anstrengungen.
Seit dem Start des Stabilitätsprogramms ist ein guter Trend erkennbar: Die Zuverlässigkeit steigt – und zwar über alle drei Betriebsbereiche hinweg. Erste Maßnahmen zeigen nachhaltige Wirkung. Durch gezielte operative Verbesserungen, optimierte Abläufe und das Engagement der Mitarbeiter konnte die Zuverlässigkeit im Bussektor von 98,4 Prozent (Juli–Dezember 2024) auf 99,0 Prozent (Januar–Mai 2025) gesteigert werden. Angesichts der angespannten Lage Ende 2023 und einer damaligen Zuverlässigkeitsquote von nur 95,5 Prozent ist eine effektive Entlastung des Systems eingeleitet worden.
Im Zuge der Neuausrichtung 2024 wurden zusätzlich u. a. das Ersatzteilmanagement verbessert. Beschädigte Teile werden jetzt im laufenden Betrieb ausgebessert. Auch die Reichweite der E-Busse konnte gesteigert werden. Auch bei der Tram sind deutliche Fortschritte zu verzeichnen – die Zuverlässigkeit stieg im Vergleichszeitraum von 95,8 Prozent auf 97,3 Prozent. Die Straßenbahn leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtstabilität des Systems.
Ein Grund dafür sind optimierte und bedarfsorientierte Instandhaltungsprozesse, welche die Fahrzeugverfügbarkeit deutlich erhöhen. Die BVG AöR hat von Beginn an transparent gemacht, dass es auf der U-Bahn insbesondere wegen alter Fahrzeuge und komplexer historischer Infrastruktur besonders hohe Herausforderungen zu bewältigen gilt. Dennoch: Die Zuverlässigkeit ist auch hier gestiegen, von 92 Prozent im zweiten Halbjahr 2024 auf durchschnittlich 93,6 Prozent von Januar bis Mai 2025.
Die Einflottung neuer Fahrzeuge verläuft planmäßig, ab Herbst 2025 sind spürbare Verbesserungen zu erwarten. Die BVG-Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg der Stabilitätsstrategie. Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden bereits gut 800 neue Kollegen eingestellt, das entspricht rund 53 Prozent der geplanten Einstellungen für das Gesamtjahr 2025. Davon entfallen rund drei Viertel (rund 600 Personen) auf den operativen Bereich, allein 463 externe Zugänge verzeichnet schon der Fahrdienst – eine wichtige Voraussetzung für einen dauerhaft und nachhaltig stabilen Betrieb.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
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Quelle: Zughalt.de