23.07.25
Jetzt steht die Entscheidung fest: Metronom und DB Regio sind die Betreiber, die künftig auf dem Hansenetz fahren werden. Die Neuausschreibung der Verträge war nötig geworden, da Metronom wegen wirtschaftlicher Probleme darum gebeten hatte, den laufenden Vertrag vorzeitig zu beenden. Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung sagt zum neuen Zuschnitt des Netzes: „Wir erwarten für die Zukunft mehr Stabilität und Zuverlässigkeit durch die Aufteilung auf zwei Betreiberunternehmen und deren Management- und Planungsressourcen.“
Im größeren Los Nord wird Metronom auch in den kommenden Jahren fahren. Das sind die Linien RE 3 von Hannover nach Hamburg und RE 4 von Hamburg nach Bremen sowie die Linien RB 31 von Hamburg nach Lüneburg und RB 41 von Hamburg nach Bremen. Das kleinere Los 2 geht an DB Regio und besteht aus der Linie RE 2 von Uelzen nach Göttingen. Der ursprüngliche Vertrag sollte eigentlich von 2018 bis 2033 gelten. Metronom, eine mehrheitliche Tochter des Netinera-Konzerns, hatte wegen erheblicher wirtschaftlicher Probleme Ende 2024 um die vorzeitige Vertragsbeendigung gebeten. Zuvor hatte das Unternehmen mehrmals den Fahrplan einschränken müssen, weil Lokführer fehlten.
„Die Unternehmensleitung muss künftig einen Schwerpunkt darauf legen, Personal auszubilden und auch langfristig zu halten“, sagt Schwabl. Bereits im Vorfeld der Verhandlungen über die Vertragsauflösung wurde bekanntgegeben, dass der Metronom sich bei der Neuvergabe bewerben darf – diese Frage war nicht mehr Teil der Auflösungsverhandlungen. Der Metronom habe den Zuschlag für die Nordteil des Netzes bekommen, weil das Unternehmen das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt habe. Genauso wie DB Regio das wirtschaftlichste Angebot für den Südteil vorgelegt hat.
„Die Angebote bestätigen Erkenntnisse aus anderen Vergabeverfahren“, so Schwabl. „Die Summe, die die Aufgabenträger für das Hansenetz zahlen, liegt nun deutlich über den bisherigen Zahlungen.“ Mit Blick auf beide Betreiber sagt Schwabl: „Bei erneuten Schwierigkeiten im Netz haben wir nun ein Unternehmen mehr, um Lösungen für die Fahrgäste zu finden.“ Tatsächlich war bei der Neuvergabe eine Loslimitierung vorgesehen, es wäre also nicht möglich gewesen, dass beide Lose an einen Betreiber gekommen wären. „Wir freuen uns, mit DB Regio einen weiteren Partner mit viel Erfahrung gewonnen zu haben“ sagt Schwabl mit Blick auf den zweiten Betreiber.
Größere Veränderungen im Fahrplanangebot sind nicht geplant. Die bereits heute auf den Hansenetz-Linien eingesetzten Doppelstockzüge kommen bei DB und Metronom weiter zum Einsatz. Sie gehören der LNVG, auch die blau-gelb-weiße Lackierung bleibt unverändert. Alle Züge werden auch weiterhin in der Betriebswerkstatt Uelzen durch den Fahrzeughersteller Alstom instandgehalten. Für Reinigung der Züge und die Entsorgung der Toiletten sind die beiden Verkehrsbetreiber zuständig.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de