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Freiburg: Vierzig Jahre Kombiticket

30.07.25

In Freiburg wurde im Jahr 1985 erstmals ein Kombiticket eingeführt: Die Eintrittskarte für das Zeltmusikfestival galt auch als Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel. Dass das Festival vom innerstädtischen Eschholzpark im Jahr 1985 auf das stadtrandnahe Gelände des Mundenhofs umziehen sollte, war seinerzeit höchst umstritten. Es fehlten Parkplätze, eine ÖPNV-Anbindung war nicht vorhanden. Nicht nur die Grünen sahen den Standort am Rande des Naherholungsgebiets kritisch, erinnert sich ZMF-Gründer Alexander Heisler.

„Bei der Entscheidung im Gemeinderat ist es damals Spitz auf Knopf gestanden. Erst die Umsetzung eines nachhaltigen Verkehrskonzepts machten den neuen Standort möglich.“ Die Lösung: Ein umweltfreundliches Kombi-Ticket, das die Nutzung von Bus und Bahn im Eintrittspreis beinhaltet. „In den Verhandlungen haben sich alle Seiten bewegt. Veranstaltungsticket gleich Fahrkarte des ÖPNV – das war zu dieser Zeit einmalig“, sagt Heisler.

Das Konzept überzeugte – und legte den Grundstein für eine jahrzehntelange Partnerschaft zwischen ZMF, VAG und Stadt. Unter dem damaligen Motto „Musikfreunde sind Umweltfreunde“ wurde das Kombi-Ticket-Angebot seither mehr als 2,5 Millionen Mal genutzt.

Seit 2011 gilt es sogar im gesamten Gebiet des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg (RVF), also auch in den angrenzenden Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Damit wurde aus einem pragmatischen Verkehrskonzept ein Erfolgsmodell für Kultur- und Umweltpolitik. „Eine klassische Win-Win-Situation“, wie Heisler rückblickend sagt. „Zahlreiche Stadt- und Sportvereinsdelegationen kamen anschließend zum ZMF und zur VAG , um sich über das Kombiticket zu informieren.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de