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GDL startet neue Tarifrunde

01.08.25

Die GDL hat die Tarifrunde 2025/2026 für die Eisenbahnbranche eröffnet. Im Rahmen des Auftakts wurden den Arbeitgebern der Wettbewerbsbahnen dieunternehmensübergreifenden Forderungen und erste Verständnisfragen beantwortet. „Nachdem alle maßgeblichen Tarifverträge fristgerecht gekündigt wurden, laufen die Tarifverhandlungen für die Eisenbahnbranche somit in den kommenden Wochen an“, erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Mario Reiß. Die GDL fordert für ihre Mitglieder unter anderem eine Entgeltvolumenerhöhung von acht Prozent, mindestens aber 3,8 Prozent für die Tarifbeschäftigten in den Unternehmen der Eisenbahninfrastruktur- und -verkehrsunternehmen.

„Mit den Forderungen will die GDL dauerhaft und nachhaltig die Arbeitsbedingungen in den Eisenbahnberufen fortentwickeln, um dem nach wie vor bestehenden Fachkräftemangel zu begegnen“, so Mario Reiß weiter. „Es gilt, aufgrund der hohen Fluktuation in der gesamten Branche Fachkräfte für das Eisenbahnsystem zu begeistern und zu binden“. Die GDL fordert eine Verbesserung der Einkommensstruktur. Im Mittelpunkt steht eine Entgeltvolumenerhöhung von insgesamt acht Prozent, die durch eine Umstrukturierung des Tarifsystems erreicht werden soll.

Konkret strebt die GDL die Einführung einer neuen, achten Entgeltstufe an, möchte die Tätigkeit von Ausbildern finanziell attraktiver gestalten und setzt sich für eine Ausbildungsvergütung ein, die mindestens fünfzig Prozent des regulären Berufsentgelts beträgt. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft eine spürbare, wirksame Entgelterhöhung von 3,8 Prozent für die Beschäftigten. Die geplante Laufzeit des Tarifvertrags soll dabei zwölf Monate nicht überschreiten. Darüber hinaus sollen Regelungen für Langzeitkonten vertraglich abgesichert werden, um langfristige Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen.

„Die vor den Tarif- und Sozialparteien gemeinsam liegende Tarifrunde 2025/2026 wird nicht trivial, sondern anspruchsvoll“, prognostiziert Mario Reiß. Die GDL ist jedoch davon überzeugt, dass es auch dieses Mal gelingen wird, mit den Arbeitgebern der Wettbewerbsbahnen auf dem Verhandlungswege zu einvernehmlichen Lösungen zu gelangen. Die Tarifverträge der unterschiedlichen Unternehmen laufen in drei wesentlichen Terminlagen aus.

Nachdem die Tarifverträge fristgerecht durch die GDL gekündigt wurden, endete mit Ablauf des 30. Juni 2025 bei einer großen Zahl von Wettbewerbsbahnen die Friedenspflicht. Dazu gehören unter anderem die Unternehmen des Netinera-, Transdev- und Arverio-Konzerns sowie die Personaldienstleister, mit denen die GDL Tarifverträge abgeschlossen hat. Zum 31. August beziehungsweise zum 31. Oktober 2025 enden beispielsweise sowohl die Tarifverträge der Benex- und HLB-Gruppe als auch der Schienengüterverkehrsunternehmen. Nur bei der Deutschen Bahn, der Fair Train e.G. und der Saarbahn laufen die Tarifverträge noch bis zum 31. Dezember 2025.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de