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LBO: Mehr Probleme im Schulverkehr

04.08.25

Die Ergebnisse einer aktuellen Mitgliederbefragung des Landesverbands Bayerischer Omnibusunternehmen e.V. (LBO) zeichnen ein klares Bild: Viele Busunternehmen in Bayern berichten von zunehmenden Problemen im Schülerverkehr. Von Sachbeschädigung über Beleidigungen bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen – das Fehlverhalten im Schulbus nimmt spürbar zu. Dennoch bleibt der Schulbus das sicherste und zuverlässigste Verkehrsmittel für den täglichen Schulweg, insbesondere im Hinblick auf mögliche Unfallgefahren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg im Auto oder mit dem Fahrrad schwer verletzt oder gar getötet werden, ist deutlich größer. Hier wiederum spielen auch die zahlreichen Elterntaxen eine Rolle, denn je mehr Autos rund um die Schule unterwegs sind, desto stärker sind die Kinder gefährdet, angefahren zu werden. Gerade auch deshalb sorgt der Schulbusverkehr im Grundsatz für deutlich geringere Verkehrsrisiken.

In der Umfrage, an der sich eine Vielzahl der rund 700 bayernweit im Schülerverkehr tätigen privaten Busunternehmen beteiligten, gaben rund achtzig Prozent aller Befragten an, aktuell mit problematischem Verhalten von Schülerinnen und Schülern zu kämpfen zu haben. Am häufigsten seien Sachbeschädigungen wie zerstörte Sitzpolster oder beschmierte Scheiben. Ebenso komme es in vielen Bussen zunehmend auch zu Beleidigungen des Fahrpersonals, respektlosem Verhalten und Rangeleien unter den Schülerinnen und Schülern.

„Die Situation hat sich in den letzten fünf Jahren nach Einschätzung der Unternehmen spürbar verschlechtert“, erklärt LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl. „Viele unserer Mitglieder berichten übereinstimmend, dass Respekt und Rücksichtnahme deutlich abgenommen haben. Damit wächst auch die Belastung für das Fahrpersonal erheblich.“ Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Schulbus aber das sicherste Verkehrsmittel für den Schulweg. „Die statistischen Zahlen belegen seit Jahren: Kein anderes Verkehrsmittel bringt Kinder so sicher zur Schule wie der Bus“, betont Rabl.

Die Unternehmen versuchen mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern – etwa durch Schulungen des Fahrpersonals, Gespräche mit Eltern und Schulen oder Videoüberwachung. Regelmäßig aufkommende Forderungen nach zusätzlichem Aufsichtspersonal im Bus sind zwar verständlich, aber aufgrund der angespannten öffentlichen Haushalte meist schwer umsetzbar. Dabei wird auch eines deutlich: Das Hauptproblem fährt häufig gar nicht mit – sondern bleibt zu Hause.

„Wenn Eltern Fehlverhalten ihrer Kinder bagatellisieren oder sich bei Beschwerden reflexhaft schützend vor sie stellen, sind Busunternehmen und Fahrpersonal machtlos“. „Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, fordert Rabl. „Die Busunternehmen dürfen mit diesen Problemen nicht allein gelassen werden. Es braucht klare Regeln, Rückhalt für Fahrerinnen und Fahrer sowie eine Kultur des gegenseitigen Respekts.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de