19.08.25
Die ÖBB hat ihre zweite Agri-Photovoltaikanlage im oberösterreichischen Riedau eröffnet. Neben der Energiegewinnung dient das innovative Agri-PV-Projekt auch der Schaffung von Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Die Bepflanzung von Blühstreifen mit regionalem Saatgut sorgt für eine erhöhte Biodiversität. Etwa 9.600 Hühner und 150 Schafe profitieren von der Weidefläche unter den Photovoltaik-Modulen, während die Umgebung zur Heimat von Kleintieren, Vögeln, Schmetterlingen und Insekten wird.
Mit einem jährlichen Stromertrag von ca. 19 GWh wird die Anlage einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung mit grünem Bahnstrom leisten und die Eigenversorgung der ÖBB weiter stärken. Als eines der größten Klimaschutzunternehmen Österreichs, sparen die ÖBB mit den Schienenverkehrsleistungen jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen CO2. Ein wesentlicher Beitrag ist dabei der Einsatz von erneuerbarer Energie für die Versorgung der Züge und Betriebsanlagen.
Für mehr Unabhängigkeit wollen die ÖBB bis 2030 den Eigenversorgungsgrad mit grünem Bahnstrom auf achtzig Prozent steigern, im Gebäudebereich sogar auf 67 Prozent. Dabei setzen die ÖBB auch auf Innovationen wie bereits 2024 mit der ersten Agri-PV-Anlage für Bahnstrom in Thalsdorf (Kärnten) und jetzt auch in Oberösterreich.
ÖBB-Infrastruktur AG Vorstand Johann Pluy zeigt sich stolz: „Seit 2018 setzen wir auf hundert Prozent grünen Bahnstrom und versorgen darüber hinaus seit 2019 alle Gebäude, Anlagen und Containerterminals vollständig mit hundert Prozent Strom aus erneuerbaren Energien. Die Sonne ist dabei ein wichtiger Lieferant. Mit dieser Agri-PV-Anlage setzen wir ein starkes Signal für die Energieversorgung ÖBB. Wenn aus Sonnenlicht hundert Prozent grüner Bahnstrom wird und gleichzeitig Schafe und Hühner weiden können, nutzen wir Synergien effizient, ökologisch und regional.“
Auf einer Fläche von etwa 18 Hektar wurden Photovoltaik-Module installiert, die genügend Strom für rund 6.000 Railjet-Fahrten von Wien nach Linz erzeugen – und das bei gleichzeitiger Förderung von Landwirtschaft und Biodiversität. Aufgrund der Nähe zur Bahn kann der produzierte 16,7-Hertz-Bahnstrom direkt in die Oberleitung eingespeist werden. Das bedeutet auch weniger Leitungsverluste.Mithilfe der verwendeten Rammfundamente bleibt die Versickerungsfähigkeit des Bodens gewährleistet und die Anlage kann nach Ablauf ihrer technischen Lebensdauer rückstandsfrei abgebaut werden.
Die Hühner und Schafe fühlen sich gleichzeitig unter den schattenspendenden Modulen sehr wohl. Oliver Eisenhöld, Bereichsleiter Energie, RWA Raiffeisen Ware Austria dazu: „Wir als RWA verfügen über langjährige Top-Erfahrung in der Umsetzung großflächiger Photovoltaik-Projekte in Österreich – und bringen unsere Expertise in jedes neue Vorhaben ein, so auch bei der Anlage in Riedau. Von der frühen Konzeptionsphase bis zur Inbetriebnahme konnten wir unser technisches und organisatorisches Know-How optimal einfließen lassen.“
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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58453 Witten
Quelle: Zughalt.de