20.08.25
Die DB InfraGO erneuert ab September die Eisenbahnüberführung „Kaiserstraße“ in Herten im Kreis Recklinghausen. Die Brücke aus dem Jahr 1905 wird dabei vollständig modernisiert. Gemeinsam mit Straßen.NRW und der Stadt Herten wird zudem der Straßenraum unterhalb des Bauwerks aufgeweitet. Im Rahmen des Sanierungsprogramms „S3“ hat sich die DB vorgenommen, u.a. Anlagen und Strecken zu erneuern. Mit der Modernisierung der Eisenbahnbrücke auf einer wichtigen Ost-West-Verbindung im Ruhrgebiet sorgt die Deutsche Bahn gleichermaßen für eine moderne Infrastruktur sowie für einen Stabilisierungseffekt für das Schienennetz.
Die Hauptarbeiten beginnen am Montag, 1. September. Zunächst bauen die Fachleute die Oberleitung sowie Gleise und Kabel im Baubereich zurück. Danach entfernen sie die Bestandsbrücke und setzen über dreißig Bohrpfähle mit einer Länge von je 25 Metern. Im Anschluss fährt ein sogenannter „Tausendfüßler“ – ein modulares Transportfahrzeug (SPMT) – die zwei, jeweils rund tausend Tonnen schweren Überbauten in ihre finale Lage ein. Die neue Eisenbahnbrücke ist rund 35 Meter lang und mehr als 4,5 Meter hoch. Nach Abschluss aller nötigen Arbeiten, soll die neue Brücke im Dezember in Betrieb gehen.
Für die Dauer der Bauarbeiten muss die Kaiserstraße unterhalb der Brücke ab Sonntag, 24. August, für alle Verkehrsteilnehmenden gesperrt werden. Eine Umleitung wird eingerichtet. Ab etwa Mitte Dezember stellt das Projekt einen provisorischen Straßen-, Geh- und Radweg her. Straßen.NRW übernimmt danach die restlichen Arbeiten für die Aufweitung des Verkehrsraums unterhalb der neuen Brücke. Um die Zeiten, in denen keine Züge fahren, effizient zu nutzen, bündelt die DB weitere Arbeiten: Ein Gleisbauteam erneuert Schienen im Bereich Herten-Westerholt sowie zwischen Recklinghausen-Hillerheide und Recklinghausen Hauptbahnhof.
In Herten-Westerholt gehen die Arbeiten für den Neubau des Haltepunkts weiter. Zuletzt haben die Baufachleute die Betonarbeiten in der Personenunterführung und an beiden Bahnsteigen abgeschlossen. Während der Sperrung läuft der Innenausbau der neuen Unterführung und die Installation der Bahnsteigausstattung (Vitrinen, Sitzbänke usw.). Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 halten hier die ersten Züge. Bis dahin sind auch die Ausbauarbeiten an der Station Gelsenkirchen-Buer Nord abgeschlossen.
Entlang der Gleise in Gladbeck wird es zudem leiser: Die DB setzt Arbeiten für zwei von insgesamt drei neuen Schallschutzwänden fort. Nach Abschluss aller Arbeiten erstreckt sich der neue Lärmschutz auf einer Gesamtlänge von insgesamt 1.600 Metern und dämpft künftig die Geräusche der vorbeifahrenden Züge deutlich. Damit entlastet die DB Anwohner nachhaltig und spürbar vom Schienenlärm. Die Schallschutzmaßnahmen in Gladbeck sind Teil des Lärmsanierungsprogramms des Bundes. Trotz des Einsatzes moderner Baugeräte kann es zu Lärmbelästigungen kommen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de