20.08.25
Seit etwas mehr als einem Jahr rollen die flexiblen Kleinbusse des VVS-Rider im Landkreis Ludwigsburg – und das sehr erfolgreich. Ob tagsüber im Neckartal oder als Nachtverkehr in Bietigheim-Bissingen und Tamm: Besonders das Rufbetriebsangebot im Neckartal hat sich etabliert und wird rege genutzt. Im Neckartal, wo Bürger den VVS-Rider nicht nur am Wochenende nachts, sondern auch unter der Woche und tagsüber bestellen können, sind seit dem Start bis jetzt rund 15.000 Fahrgäste gefahren.
Im Juli wurde mit 2.300 Fahrgästen im Gebiet Kirchheim/Neckar, Gemmrigheim, Besigheim und Walheim ein neuer Monatsrekord geknackt. Eine Verfügbarkeit des Riders von 80 Prozent sorgt für ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Flexibilität. Verfügbarkeit heißt: Ein Fahrgast bucht einen Fahrtwunsch und dieser kann erfüllt werden, weil der VVS-Rider zum Zeitpunkt der Fahrt frei ist. Bekommt das Rider-Buchungssystem während dieser Fahrt eine weitere Anfrage, die in die gleiche Richtung geht, wird dieser Fahrgast direkt eingesammelt.
Im Fachjargon heißt das Ridepooling. Im Neckartal werden bei rund der Hälfte der Fahrten Fahrtwünsche gebündelt. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei durchschnittlich 1,5 Fahrgästen pro Fahrt. In Bietigheim-Bissingen und Tamm sind in den Nächten auf Samstag, Sonn- und Feiertage zwischen 22 und 5 Uhr im ersten Jahr rund 4.000 Fahrgäste mit dem VVS-Rider gefahren. Fast alle Fahrten haben Nachtschwärmer spontan auf Abruf und nicht im Voraus gebucht.
Die Bündelung von Fahrtwünschen funktioniert sehr gut. Das bedeutet, dass Fahrgäste, die in etwa zur gleichen Zeit gebucht haben, nacheinander an unterschiedlichen Punkten abgeholt werden. Das sorgt für eine gute Auslastung der Fahrzeuge. In Bietigheim werden bei rund vierzig Prozent der Fahrten Fahrtwünsche gebündelt. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei durchschnittlich 2,2 Fahrgästen pro Fahrt. „Der VVS-Rider macht Mobilität unkompliziert und flexibel – genau das wünschen sich viele Menschen.
Die vielen Nutzer im ersten Jahr zeigen, dass der Bedarf groß ist und wir mit dem Angebot den Nerv der Zeit treffen. Besonders freut mich, dass der Rider nicht nur Fahrten ersetzt, sondern neue Wege eröffnet: für spontane Ausflüge, späte Heimfahrten oder einfach mehr Bewegungsfreiheit im Alltag“, so VVS-Geschäftsführer Jan Neidhardt. Seit April 2025 laufe außerdem eine Begleitforschung des Landes.
Im Rahmen der Begleitforschung wird der Service im Neckartal zusätzlich überwacht, ausgewertet und mit anderen On-Demand-Angeboten im Land verglichen. Der Service im Neckartal liefert somit einen wichtigen Beitrag, Empfehlungen zu entwickeln, die die flächendeckende Einführung von flexiblen ÖPNV-Bestandteilen weiter voranbringt. Das System basiert auf rund 3.800 „virtuellen“ Haltepunkten, die zu Fuß gut erreichbar sind. Fahrgäste bestellen ihren Kleinbus bequem über die kostenlose App „VVS-Rider“ oder telefonisch, dann wird die Route erstellt.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de