25.08.25
Die Kölner Verkehrsbetriebe AG (KVB) hat in der letzten Woche ihren Qualitätsbericht für das Jahr 2024 vorgelegt. Die Situation war vor allem aufgrund der angespannten Personalsituation und der mangelnden Fahrzeugverfügbarkeit nach wie vor unbefriedigend. Dafür hat sich die Verfügbarkeit der Rolltreppen und Aufzüge verbessert. Die Zahl der Kundenbeschwerden zur Angebotsqualität ist deutlich gesunken, dafür gingen mehr Beschwerden über mangelnde Pünktlichkeit ein.
Dieser Qualitätsbericht ist Bestandteil des am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen Öffentlichen Dienstleistungsauftrags (ÖDLA). Der aktuelle Bericht bezieht sich auf das Jahr 2024 und enthält detaillierte Angaben unter anderem zur Betriebsqualität im Stadtbahn- und Busbereich, über die Ausstattung von Fahrzeugen und Haltestellen, die Verfügbarkeit von Aufzügen, Rolltreppen und Vertriebseinrichtungen sowie zu den Themen Personal und Sicherheit.
Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks: „Der Qualitätsbericht zeigt, wie herausfordernd auch das Jahr 2024 angesichts der bestehenden Rahmenbedingungen für uns war. Unsere Anstrengungen, den Kunden eine Betriebsqualität zu liefern, die sie zu Recht erwarten können, zeigen erste Erfolge. Allerdings sind die Defizite nach wie vor offensichtlich, und sie sind nicht unwesentlich auf externe Faktoren zurückzuführen.“
Diese Defizite werden besonders deutlich bei den Fahrtausfällen im Stadtbahn-Bereich, und sie spiegeln sich in einer schlechteren Bewertung durch die Kunden wider. Ein Grund ist die gestiegene Zahl personalbedingter Ausfälle im vorigen Jahr. Trotz intensiver Recruiting-Maßnahmen und der Ausweitung der Ausbildungskapazitäten konnten in 2024 noch nicht genügend Fahrer gewonnen werden, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen.
Die daraufhin vorgenommene temporäre Fahrplan-Anpassung im November hat dann allerdings Wirkung gezeigt: Die Zahl der ungeplanten personalbedingten Fahrtausfälle ist seitdem deutlich gesunken, der Betrieb läuft stabiler, die Zahl der Kundenbeschwerden zu diesem Thema ist zurückgegangen. Mit der Aufhebung der Sperrung der Mülheimer Brücke im September erwartet man eine weitere Entspannung der Situation. Ende August sollen zum Beginn des neuen Schuljahres alle Einschränkungen im Busbetrieb zurückgenommen werden.
Während sich die Personalsituation langsam entspannt, sind die Probleme bei der Beschaffung von Ersatzteilen und Materialien weiterhin kritisch. Auch die Auslieferung der neuen Niederflur-Stadtbahnen, von denen die ersten schon 2023 hätten in Köln sein sollen, verzögert sich weiter.. Mit der Bestellung von 132 neuen, modernen Hochflur-Stadtbahnen bei der Schweizer Firma Stadler hat man allerdings einen weiteren wesentlichen Schritt zur Modernisierung des Fuhrparks gemacht.
ie ersten Bahnen sollen 2029 ausgeliefert werden – allerdings gibt es auch hier keinerlei Plan B für den Fall, dass es zu Verzögerungen kommt. Fast alle der rund 400 Stadtbahn-Fahrzeuge erfüllen die Qualitätsanforderungen zu hundert Prozent. Alle neuen Stadtbahnen sind außerdem mit modernen Klimaanlagen ausgestattet. In fast allen Stadtbahnfahrzeugen sind inzwischen die Videoanlagen ausgetauscht und durch moderne Systeme ersetzt worden.
Alle Busse der KVB erfüllen die Qualitätskriterien vollumfänglich, die Busse der Subunternehmer lediglich punktuell noch nicht. Alle neuen Busse sind mit Klimatisierung ausgestattet. An 99 Prozent aller Stadtbahnhaltestellen sind die obligatorischen Qualitätsanforderungen erfüllt. Von den Bushaltestellen erfüllen 99 Prozent die obligatorischen Qualitätskriterien. Das Konzept zur weiteren Verbesserung bzw. Neugestaltung der Bushaltestellen wird fortgesetzt.
Der Leistungserfüllungsgrad gibt an, wie viel der vereinbarten Leistung auch tatsächlich erbracht worden ist. Er lag bei der Stadtbahn bei 92,3 Prozent und damit niedriger als 2023 (95,3 Prozent). Am besten schnitt die Linie 7 (94,8 Prozent) ab, Schlusslicht war die Linie 3 mit 89,5 Prozent. Im Busbereich wurden 97,2 Prozent (2023: 96,5 Prozent) der vereinbarten Leistung erbracht – eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Die Stadtbahnen waren 2024 zu 79,6 Prozent pünktlich. Damit lag der Wert leicht über dem des Vorjahres (79,1). Die pünktlichste Stadtbahnlinie war die 17 mit 92,9 Prozent, die unpünktlichste die Linie 4 mit 75,1 Prozent. Die nur zeitweise eingesetzten Linien 14 und 19 blieben hierbei unberücksichtigt. Beim Bus lag die Quote bei 73,1 Prozent (2023: 73,5 Prozent).
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de